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Messerschmitt Bf-110C

Zurück zur BilderauswahlLetzte Aktualisierung am 16.09.2011

Geschichte: Die Messerschmitt Bf 110 war ein zweimotoriges Kampfflugzeug des deutschen Flugzeugherstellers Bayerische Flugzeugwerke AG (ab 1938: Messerschmitt AG). Es war ein zweimotoriger Ganzmetall-Tiefdecker mit zwei (später drei) Mann Besatzung der 1934 neugeschaffenen Gattung des Zerstörers. Die Bf 110 V1 machte am 12. Mai 1936 ihren Erstflug, bis 1945 wurden 5.760 Maschinen produziert. Die vom Reichsluftfahrtministerium für den neuen Zerstörer vergebene Typnummer lautete 110. Das für die Flugzeugbeschaffung zuständige Technische Amt des Reichsluftfahrtministerium kombinierte die Typnummer entsprechend seinem offiziellen Bezeichnungssystem mit dem Kürzel des Herstellers Bayerische Flugzeugwerke AG zu Bf 110. Der Konstrukteur Willy Messerschmitt als Anteilseigner der Herstellerfirma gab dem Typ jedoch die seinem Namen entsprechende Typbezeichnung Me 110.(Quelle: Wikipedia)
 

Für Freunde von Warbirds ist dieses Modell ein Leckerbissen. Ich habe bisher noch keine 110 in dieser Größe auf einer Veranstaltung gesehen. Überall hört man bei Diskussionen über ARF die Klage, dass die reinen "Holzwürmer" ausgestorben seien. Dem muss ich widersprechen: ich lebe (noch). Wir müssen uns aber alle der neuen Zeit anpassen. Wenn keine Ambitionen vorherrschen, Weltmeister in F4C zu werden, so kann man solche Modelle in Semi-Scale Bewerben sicher mit Erfolg einsetzen. Die Qualität der heutzutage angebotenen Modelle in diesem Segment sind ebenso wie Ihre Flugeigenschaften hervorragend. Selbst ein solches Modell zu erstellen und vor allem eine solche Oberfläche hinzuzaubern, verschlingt schon einiges an Geduld und Zeitaufwand. Nicht jeder hat z.B. eine Spritzbox zu Hause. Es ist entgegen der landläufigen Meinung nicht so, dass ein solches Modell, in unserem Fall eben die Bf 110, aus dem Kasten heraus flugfertig wäre. Ganz im Gegenteil! Hier ist noch einiges an Arbeitsaufwand und Ideen einzubringen. Wobei ich anmerken möchte, dass die Arbeit auf einer herkömmlich aus Balsa erstellten Rippenfläche oder Rumpfform wesentlich angenehmer ist, da das Finish erst am Ende aufgebracht wird. Im Fall der 110 muss man wie ein Schießhund aufpassen, um die makellose Oberfläche nicht zu beschädigen.

Gerade die 110 wäre meiner Meinung nach ein sehr gutes Modell, um einmal bei Semi-Scale (oder auch ESC)  schnuppern zu können. Von Flying Only (Einsteigerklasse in Österreich) will ich gar nicht sprechen, da sich das Modell dafür unbedingt anbietet. Wer also wie ich Freude an Warbirds hat, sollte dieses Modell unbedingt ins Auge fassen. Es handelt sich trotz ARF um echten Modellbau. Begleitet mich auf meinem Weg zum fertigen Semi-Scale Modell. Ich bin überzeugt, so mancher wird danach seine Meinung über diese Art von Modellen ändern.

Bau:
also, los geht's! Akkurat verpackt in Schutzfolie, jedes Teil extra in Plastiktüten und mit (mindestens) 50m Tixoband gegen Verrutschen gesichert, kommt das Modell im riesigen, stabilen Überkarton. Nach einem ersten Zusammenstecken der Teile war ich schon sehr angetan von der Größe (unter uns gesagt: das stellt was dar!), der Oberflächengüte der Lackierung (lackierte Folie auf Flächen und Leitwerken) und der Passgenauigkeit der Teile. Alles lässt sich passgenau und ohne Probleme zusammenfügen. Es stand von vornherein fest, das Modell mit einem Einziehfahrwerk auszurüsten. Dieses ist als Zubehör in pneumatischer 2-Wege Ansteuerung mit gefederten Beinen und Scale-Rädern (inkludiert) lieferbar. Natürlich sollten auch die Fahrwerksklappen angesteuert werden. Als Zubehör erhältlich ist das "Door Kit". Mit diesem werden zur Ansteuerung der Klappen diese mechanisch mit einer Feder geschlossen und vom Fahrwerk mittels vorgebogener Drähte geöffnet. Einfach, aber effektiv. Alle zur Montage notwendigen Teile liegen bereits fertig konfektioniert diesem Door Kit bei. Leider ist es nur auf Bestellung lieferbar und muss extra geordert werden.

Motorgondeln:
Wir beginnen lt. Bauanleitung (übrigens lobenswert übersichtlich mit vielen Bildern) mit dem Einbau der Motoren. Zuerst werden die Lochmaße der Motorträger auf den Kopfspant übertragen und die  Löcher für die Einschlagmuttern gebohrt. Sehr hilfreich sind dabei die bereits Werkseitig angezeichneten Mittellinien. Bei der Motoranprobe stellt sich heraus, dass das Maß Kopfspant-Propellerauflage von 160mm um 8mm mit den beigelegten Motorträgern nicht erreicht wird. Ich wechselte dann die mitgelieferten Träger gegen die DuBro - Träger mit Schwinggummiaufhängung aus, um eine noch bessere Entkopplung der Motorvibrationen zu erreichen.  Außerdem ermöglichen sie eine  einfache Motormontage: in den Aluträger 4 Gewinde M4 schneiden, und das lästige Fummeln mit Gegenmuttern hat ein Ende. Zwischen Motorspant und Träger stellen 10mm hohe Alu-Drehteile den nötigen Abstand her. Die Bauanleitung gibt erfreulicherweise die Lage des Ausschnittes für den Zylinderkopf in der Motorhaube ziemlich genau vor. Also ran mit Bohrer und Fräser. Und weil wir schon beim Fräsen sind: öffnen sie die im hinteren Teil der Motorhaube vorhandene Austrittsanformung, um der warme Luft ein "entkommen" zu ermöglichen. Der Motor wird auf den Träger montiert, aufgestellt, die zugepasste Motorhaube wird darübergestülpt, der Motor genau nach Mitte ausgerichtet. Wenn  sie jetzt den Spinner aufsetzen, ist er in der richtigen Position, sonst wird die Lage des Motors korrigiert. Nun vorsichtig den Spinner und die Haube abnehmen und die Bohrlöcher anzeichnen. Jetzt ist es an der Zeit, die Kabel für die Glühkerzenheizung und das Massekabel zur Verbindung der beiden Motoren einzuziehen. Mit eingebautem Fahrwerk / Tank geht das schlechter. Den Tank einzubauen, stellt auch kein großes Problem dar, er passt genau in die Werkseitig eingeklebten Spanten. Achten Sie darauf, dass die Position des Tanks ganz vorne liegt, damit das Flächensteckungsrohr eingeführt werden kann. Der Verschluss-Stopfen des Tanks liegt genau in der werksseitigen Bohrung des Kopfspantes. Ich habe den Tank mit einem angeschraubten Sperrholzstück am oberen Spant fixiert und damit gegen Verrutschen gesichert. Ganz zum Schluss müssen wir uns noch um die Verlängerung der Düsennadel und der Chokeklappe kümmern. Die Löcher liegen genau in der Auspuffatrappe, sind also fast nicht zu sehen. Ich habe auf die Anlenkung der Choke-Klappe verzichtet.

Fahrwerk: Das Fahrwerk wurde entgegen der Bauanleitung nicht mit Blechtreibschrauben, sondern mit Zackenmuttern und M3 - Schrauben am 10mm-Spant befestigt. Nachdem das Fahrwerk eingepasst wurde, bauen wir das Drosselservo ein und verlegen den Bowdenzug zur Anlenkung. Achten Sie darauf, dass der Zug so verlegt wird, damit er nicht den Weg des Fahrwerks behindert. Ich habe hier das Drosselservo auf die gegenüberliegenden Seite verbannt und auf Sullivan-Züge zurückgegriffen, da die auch eine etwas stärkere Krümmung vertragen. Man sollte sich bereits jetzt über die Schlauchführung und die Unterbringung des Lufttanks sowie des Steuerventils Gedanken machen. Bei mir sind der Lufttank und das Ventil im Rumpf montiert, da ich für den Transport mit einem Anhänger gesegnet bin und das komplette Flügelmittelteil mit Gondeln und Mittelflächen immer am Modell bleibt. Die zwei Verbindungsventile für die Druckluft sowie die Sub-D Stecker sollten aber auch  kein Hindernis sein, wenn jemand das Modell in einem Kombi einladen will. Nimmt man die schraubbaren Verbindungsstücke von Festo, treten auch bei öfteren auseinandernehmen keine Undichtheiten auf. Ein Wort zum Steuerventil: nimmt man das im Fahrwerkskit beigelegte mechanische, kommt es häufig zu Druckverlusten durch Undichtheiten im mechanischen Ventil und damit zu Problemen beim Ausfahren. Nicht nur das, gibt es auch Probleme bei der Betätigung, weil das vom Hersteller verwendete Fett bei längerer Nichtbetätigung verharzt. Mit dem JD-Ventil von Jet-Tronic, in diesem Fall für Zweikreis-Systeme, kann man nach Verriegelung des Fahrwerks den Druck abschalten. Dadurch werden Druckverluste in der Leitung vermieden und ein sicheres Ausfahren gewährleistet. Außerdem kann die Geschwindigkeit beim Ein- und Ausfahren durch das Ventil programmiert werden. Eine Investition, die sich in Hinblick auf die Sicherheit sicher lohnt. Nun ist die Gondel bis auf die Anpassung der Fahrwerksklappen fertig.

Tipp: Wenn Sie das Jet-Tronic Ventil verwenden, so müssen Sie beachten, dass bei Ein- bzw. Ausfahrverzögerung ein erhöhter Luftbedarf ansteht. Mit dem beigefügten Luftbehälter haben Sie nur dann ein Auskommen, wenn Sie keine Verzögerung einstellen. Dann lässt sich das Fahrwerk mindestens 4x ein- bzw. ausfahren. Mit Verzögerung klappt das höchsten einmal, da der Luftverlust durch die Gegenpulsung doch deutlich höher ist. Ich habe zwei große Robart-Behälter eingebaut, die trotz Gegenpulsung zuverlässig mindestens 4x  das Ein- bzw. Ausfahren gestatten.

Fahrwerksklappen: Die erste Art wäre die Montage der Fahrwerksabdeckungen ohne Teilung. Hier wird nur der Platzbedarf für das Fahrwerk ausgenommen und die Abdeckungen befestigt. Fräsen Sie die ungeteilte Fahrwerksabdeckung laut Bauanleitung aus und befestigen Sie sie mit Blechtreibschrauben. Ich empfehle zuerst die Position des Fahrwerks auf die Gondel zu übertragen, die Abdeckungen mit den Blechtreibern zu montieren und dann die Markierungen auf die Klappe zu übertragen. Das Ausfräsen ist dann nur mehr eine Geduldsfrage. Nun ist zwar der Fahrwerksschacht teilweise geschlossen, es bleibt aber trotzdem die Ausfräsung für das Fahrwerksbein und das Rad offen.  Ich habe das "Door-Kit" gewählt, bei dem die Klappen geteilt und auf jeder Seite gesondert angeschlagen werden. Das Öffnen der Klappen funktioniert über einen gebogenen Eisendraht mit 4mm Durchmesser, welcher am Fahrwerksbein mit einem Aluklemmstück befestigt wird. Das Schließen der Klappen wird durch einen vom Hersteller fertig konfektionierten Federmechanismus bewerkstelligt, der die Klappen schließt. Diese Vorrichtung ist lt. Anleitung zu montieren, wobei durch die ausführliche Bauanleitung keine Unklarheiten auftreten  sollten. Die beigelegten Verstärkungen für die Klappen brachten ein kleines Problem. Da man die Verstärkungen außerhalb aufkleben muss, wird die Krümmung der GfK-Klappen gegenüber der Motorgondel etwas verzogen. Hier ist Geduld angesagt.  Als nächstes habe ich die Ausschnitte für die Klappenscharniere ausgefräst und diese eingebaut. Die Einbaumaße entnimmt man der Bauanleitung.

Außenflügel: Nun werden die Flies-Scharniere für die Querruder mit Superkleber gesichert, das Servo eingebaut und die die Anlenkung angepasst. Die zwei Verdrehsicherungen aus 6mm Buchenstab werden nach Anbringung der Bohrungen mittels der beiliegenden Bohrschablonen auf der Seite der Außenflächen eingeklebt. Die elektrische Verbindung zwischen Mittel- und Außenflügel wird über einen MPX-Stecker hergestellt, die Arretierung erfolgt entgegen der Bauanleitung (mit Ösen und Gummizug) mit den bewährten Multilock von Multiplex. Damit wäre der eine Außenflügel fertig, dem zweiten rücken wir ebenso zu Leibe.

Kabelbäume: Im Bild oben sind die zwei für den Empfänger (Querruder 1+2) bzw. dem DPSI (Landeklappen 1+2) zu sehen, der untere verbindet die Seitenruder- und das Höhenruderservo mit dem Empfänger, wobei das Höhenruder wegen des starken 10kg Digital-Servos seinen Platz am DPSI findet.

Flächenmittelteil: als erstes werden die Stecker für die Servos (Sub-D, 15-polig) in die Flächen eingebaut. Zu diesem Zweck habe ich das Flügeloberteil von innen mit einem 0,5mm Sperrholzstreifen verstärkt, um den Steckern einen sicheren Halt zu geben.  Die beiden Mittelteile können erst nach Einziehen der Kabelbäume für die Servos zusammengeklebt werden.

Was wächst, gehört zusammen: Flächenmittelteil, Motorgondeln und Mittelflügel sind die Teile, die zusammengehören. Ich habe die Teile mit 5-Minuten Epoxy zusammengefügt, dabei aber NICHT - wie aus der Bauanleitung ersichtlich - das Steckungsrohr mit eingeharzt  (???). Wenn Sie das machen, können Sie den Tank im Bedarfsfall nie wieder ausbauen. Für den Transport verwende ich ein gekürztes Rohr, das gleichzeitig zur Transportsicherung dient. Vor dem Flug wird das Steckungsrohr einfach ausgetauscht und die äußere Fläche angesteckt. Das geht sehr einfach dank der Multilock-Befestigung. Nachdem der Kleber durchgetrocknet ist, werden die Landeklappen angeschlagen und montiert.

Höhenleitwerk: Nun wird das Höhenleitwerk für den Einsatz der Seitenruderservos vorbereitet. Achten Sie darauf, kleine Servos zu verwenden, da die Einbautiefe (max. 12mm) beschränkt ist. Als vordere Verbindung zum Rumpf wird ein 9-poliger Sub-D Stecker verwendet. Er verbindet die 3 Servos mit dem Empfänger und dient gleichzeitig - statt der vorgesehenen 2 Buchenrundstäben - als vordere Arretierung des Höhenleitwerks. Vorne anstecken, hinten anschrauben, fertig. Was sich so leicht schreibt, ist aber eine Fummelei.

Festlegung des Schwerpunktes und Motorisierung: Vorgesehen sind zwei 15ccm 4-Takter. Lt. Bauanleitung liegt der Schwerpunkt bei 80,5mm, gemessen an der Außenseite der Motorgondel. Das ergibt eine Lage von 111,5mm an der Flächenwurzel. Diese Angabe ist m.E. nicht korrekt. Mit dieser Lage des Schwerpunktes ist es nicht möglich, das Modell (egal ob mit mit eingefahrenem oder ausgefahrenem Fahrwerk) korrekt auszuwiegen, außer man packt fast 3000g Blei (irgendwie) in die Rumpfschnauze. Nachdem ich mein Schwerpunktberechnungsprogramm bemüht habe, lag als Ergebnis eine Schwerpunktlage (Flächenwurzel) von 130mm bis 161mm (Mittelwert bei 146mm = ca..27% der Flächentiefe bei eingefahrenem Fahrwerk) vor. Nun lässt sich das Modell auswiegen, jedoch müssen schwerere Motoren als die P.H. 15ccm 4T (je 588g) eingebaut werden, da man sonst viel Blei ohne Kraftzuwachs in die Luft bewegt. Diese Schwerpunktlage wird auch in verschiedenen Foren von anderen Modellbauern als für richtig befunden. Es wurde auf Rückfrage der Fa.Lindinger beim Erzeuger die falsche Angabe des "Center of Gravitiy" in der Bauanleitung bestätigt.

Tipp: Es wäre auch (vorausschauend) empfehlenswert, einen Mischer zu definieren, der bei "Fahrwerk aus" das Höhenruder gering (auf Hoch) nachtrimmt, da der Schwerpunkt beim Ausfahren etwas nach vorne wandert (die Fahrwerksbeine und Räder befinden sich jetzt deutlich VOR dem Schwerpunkt).

Noch ein Wort zu den Motoren: überaus ideal wäre der RCV-120-SP mit 20ccm und 1,34 Kw ( 1,82PS). Propeller Zweiblatt: 17x13, 18x12, 20x12, Dreiblatt: 15.75x13. Sogar eine 4-Blatt mit 15.5x12 kann verwendet werden. Machbar ist das durch die Bauart des Motors durch ein integriertes 2:1 Getriebe. Dieser Motor ist OHNE Ausschnitte in der Motorhaube zu montieren und bringt ein Gewicht von 1000g mit. Die Links finden Sie hier: Motorhersteller: http://www.rcvengines.com/rcv120sp.htm, Vertrieb: http://www.csk-modellbau.de/.  Als preisgünstig würden sich die P.H. FS 120AR anbieten, die mit je 710g ein Mehrgewicht von 122g je Motor bringen. Trotzdem ist noch zusätzliches Blei in der Rumpfnase notwendig. Ideal wären 2 OS FS-120 S-III, die ein Mehrgewicht von 332g (920g je Motor) bringen. Ich habe auch den Einbau von 2 P.H. FS 120AR verworfen, da diese nur ein geringes Mehrgewicht bringen und mich letztendlich für den Einbau von zwei P.H. 180AR mit je 30ccm entschieden. Sie bringen noch etwas mehr als die OS auf die Waage und stellen außerdem mit 3PS mehr Leistung zur Verfügung. Ich habe jetzt also den Vorteil von insgesamt 744g mehr (deutlich VOR dem Schwerpunkt) und mehr Sicherheit durch mehr Leistung. Damit ist ein problemloses Auswiegen des Modells möglich. Außerdem wird der Geldbeutel geschont, da die 30er P.H. um einiges billiger sind als die 20er OS. Ein Vergleich der Motorengewichte und Leistungen zeigt, dass man mit den P.H.180 mit dem wenigsten Blei auskommt und durch Leistung an Sicherheit gewinnt: Ich habe die flexiblen Krümmer von Merker verwendet und die Gewinde motorseitig mit Teflonband abgedichtet. Dadurch ist das Gesamtaussehen des Modells aufgewertet, da keine Schalldämpfer zu sehen sind. Die höhere Lautstärke nehme ich in Kauf, da 1) 4-Takter sowieso leiser als 2-Takter sind und 2) den geringen Leistungsabfall habe ich sowieso durch die größeren Motoren wettgemacht.
 
Motor Hubraum Einzelgewicht  Gesamtgewicht Einzelleistung Gesamtleistung
P.H. FS 91AR 15ccm 588g 1176g 1,6 PS 3,2 PS
P.H. FS 120AR 20ccm 710g 1420g 2,19 PS 4,38 PS
OS FS-120 S-III 20ccm 920g 1840g 2,1 PS 4,2 PS
P.H. FS 180AR 30ccm 960g 1920g 3,0 PS 6,0 PS
RCV-120-SP 20ccm 1000g 2000g 1,82 PS 3,64 PS      Prop 15,75x13 !!

Laden der Akkus und Zentralschalter: um unschöne Löcher in den Seitenwänden zu vermeiden, wurden die Anschlusskabel für die Akkus inklusive der Balancerkabel zum Kopfspant geführt. Zur Ladung wurde für jeden Akku ein MPX-Stecker eingebaut, bei den Akkus sind die Kabel mittels Goldstecker trennbar ausgeführt, um problemlos einen Austausch zu ermöglichen. Das Emcotec DPSI wurde neben dem Fahrwerksventil positioniert,  die beiden Empfängerakkus direkt auf den Seitenwänden mit Klettband befestigt. Der Zündungsakku liegt direkt auf den beiden Luftbehältern und ist mit Doppelklebeband befestigt. Die Ansteuerung der Glühung (von Microsens) wurde neben dem Servo für das Heckrad befestigt. Es liegen alle Einbauten bis auf das Heckradservo und die Glühung vor bzw. genau im (neu ermittelten) Schwerpunkt.  Einen Nachteil hat die gewählte Anordnung schon: es kann nur wenig Blei direkt am Kopfspant angebracht werden. Lediglich das Luftbefüllventil ist in der linken Seitenwand montiert, um eine lange Luftzuleitung zum Kopfspant zu vermeiden. Die Rumpfschnauze wird einfach mit zwei Führungsdübel und 4 Neodymmagneten an den Rumpf angesteckt. Das hält zuverlässig.

Motor Synchronisator: zur Motorsynchronisation wurde eine bei Lindinger Neu verfügbare Elektronik (Best.Nr. 78824) verwendet, die für Elektro- und Verbrennermotoren angeboten wird. Zu diesem Zweck müssen in die Spinnergrundplatte Magnete für die Schaltgeber eingebaut werden. Für Elektromotore sind GFK-Grundplatten mit den vorgesehenen Montagepunkten für die Gebermagnete beigelegt.  Die Schaltgeber werden direkt an den Motoren montiert. Das Gerät übernimmt (über die Drehzahlmessung an den Schaltgebern per Koppelung mit den Drosselservos) die automatische Drehzahlangleichung der Motoren.  Diese Elektronik bietet den Vorteil, das dass (die) Seitenruder mit den Motoren zu koppeln ist, so dass die Manövrierfähigkeit am Boden durch die Motorleistung unterstützt werden kann. Eine genaue Aussage über diese Elektronik kann aber erst nach der Flugerprobung gemacht werden. Über die Erfahrungen mit der Elektronik werde ich gesondert berichten.

Beurteilung zum Bau:

Positiv:
Der Preis ist mit 469,00 Euro für das Modell in dieser Ausführung wohl nicht einfach zu toppen. Auch das Finish des Modells ist erste Sahne, die Passgenauigkeit  ausgezeichnet. Viele Kleinteile, leichte Räder (für Leichtbaufetischisten), Stahldrähte mit Befestigungsblöcken für ein starres Fahrwerk, Heckrad und die Bohrschablonen runden das gute Gesamtbild ab. Für alle Ruder sind Ausschlagsbegrenzungen empfohlen. Die Bauanleitung lässt - obwohl in Englisch - durch die zahlreichen guten Bilder keine Probleme aufkommen. Das als Zubehör lieferbare pneumatische Fahrwerk und das "Door Kit" sind im Preis, im Lieferumfang und der Qualität bis auf etwas Spiel in der Arretierung und den Rädern ebenfalls sehr gut. Die Ansteuerung der Fahrwerksklappen ist einfach und doch funktionell gelöst.. Alles passt ohne Nacharbeiten.

Negativ: Die unrichtige Angabe des Schwerpunktes (Planet Hobby hat zugesagt, das bei den nächsten Anleitungen zu ändern). Nicht gefallen hat mir auch das im Fahrwerkskit enthaltene mechanische Ventil. Es war im Lieferzustand nur mit Kraft aus der Verharzung zu lösen.

Nun ist das Modell fertig und wartet auf die ersten Probeläufe der Motoren. Sobald sich das Wetter bessert, wird nach 2 Tankfüllungen Standlauf der Erstflug erfolgen. Ich werde Euch darüber selbstverständlich berichten.
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Der Erstflug ist gelungen, allerdings mit geänderten Setup. Es sind jetzt 2 DLE 20ccm Benziner mit angepassten Schalldämpfern eingebaut. sonst wie beschrieben. Mein Fotograf hatte leider keine Zeit.
 


 

Technische Daten

       
Erzeuger     Planet Hobby                
Vertrieb     Modellbau Lindinger            
Spannweite 2413mm  

Preis

469,00 Euro          
Länge 1817mm   Flächeninhalt 86,79 dm2          
Fluggewicht lt. Hersteller 9,0kg   Flächenbelastung 103 g/dm2 (lt.Hersteller)          

Tatsächliches Fluggewicht

kg   Empfohlene Motoren 2x 15ccm 4-Takt        
             
Die Ausstattung:      
2x  P.H. FS 180AR      4Takt      
EMCOTEC DPSI Mini 5     Akkuweiche      
2x 2400 2S1P Lipo     Empfängerstromversorgung      
1x 4000 1S1P     Glühung      
2x HGD 250 MG Digitalservo / 4kg     Querruderservo      
Glühkerzenelektronik     Glow 4 LP von  Microsens      
2x HD-9110MG Digitalservo / 10,5kg     Klappenservo      
2x HiTec HD 80     Seitenruderservo      
1x Graupner 5009     Heckradservo      
1x HD-9110MG Digitalservo / 10,5kg     Höhenruderservo      
2x HiTec 77BB     Drosselservo      
1x Steuerelektronik     Motorsynchronisation      
2x Geber     Motorsynchronisation      
2x Flexkrümmer     Ohne Schalldämpfer      
2x 13 x 10     Dreiblatt Sonic-Luftschrauben Graupner      
2x Spinner 60mm     Zubehör      
1x Jet-Tronic  JD-Ventil     Einziehfahrwerk (Zweikreis-System)      
Einziehfahrwerk pneumatisch     Planet Hobby (mit Federung)      
Door-Kit     Fwk-Klappen Ansteuerung Planet Hobby      
               
Zubehör Fahrwerk im Lieferzustand: Druckzylinder, Fahrwerksbeine gefedert, Räder, Steuerventil mechanisch, Schlauchverbinder, Druckschlauch, Kleinteile
 
Lieferzustand                             

Technische Ausrüstung

       
Rumpf

779,0

g
Motoren (2x) P.H. 180AR 30ccm 4T   1.920,0 g  
Rumpfbug 57,0 g Fahrwerkszylinder mit Halterung   225,0 g  
V-Verbinder Fläche (1) 86,0 g Fahrwerksbeine (Scale)   164,0 g  
Flächenmittelstücke (2) 72,8 g Haupträder (Scale)   252,0 g  
Motorgondel mit Fwk-Klappen (2) 1.279,0 g Heckrad (Scale)   23,0 g  
Motorhauben (2) 196,0 g 2 Servos Seitenruder (HiTec HS 81MG)   33,0 g  
Auspuffatrappe (4) 101,0 g 1 Servo Höhenruder (HD-9119MG)   49,0 g  
Flächenteil (2) 381,0 g 2 Servos Landeklappen (HD-9119MG)   98,0 g  
Flächenaußenteil (2) 519,0 g 2 Servos Querruder (HiTec HS-645BB/MG)   115,0 g  
Flächen-Verbindungsrohre (2) 429,0 g 2 Servos Motordrossel  (JR 5009)   75,0 g  
Höhenleitwerk 250,0 g 1 Servo Heckradansteuerung (JR 5009)   37,5 g  
Seitenleitwerk (2) 168,0 g JD-Ventil (Jet-Tronic)   32,0 g  
Landeklappen (2) 158,0 g Akkuweiche DPSI Mini 5 Magic (Emcotec   115,0 g  
      2 Lipo Rhino 2400MAh (Empfänger)   218,0

g

 
       Microsens Glo 4 (Glühkerzenheizung)  

15,0

g  
      1 Kokam 3200MAh 1S  

86,0

g  

Summe Leergewicht

4.475,8 g

Summe Technik

 

3.457,5

g  
               

Gewicht  Leer + Technik

7.933,3  g

Gesamtgewicht komplett mit 2 P.H. 15ccm 4-T

 

11.000

g  
     

Gesamtgewicht komplett mit 2 P.H. 30ccm 4-T

  11.724 g  
               
     

    Das erste Mal zusammengesteckt: Wow!

       
 

 

       
   

 

       
     

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Original-Motorträger DuBro-Motorträger Motoreinbau   Außenflügel mit Multilock Querruderservo

Fahrwerk ein- und ausgefahren

Elektrik am
Kopfspant

       
           
Bohrschablonen Mittelflügel mit Multilock Höhenleitwerk Druckluft Kabelbäume Rumpfseitig Die beiden Seitenleitwerke            
         
         
Die Fahrwerksklappen (Door-Kit)                                                                          Bereits in Kampfhandlungen verwickelt ...        

       
Das erste mal (fast) komplett aufgebaut. Es fehlen noch die Fahrwerksklappen

Linke Gondel   Rechte Gondel Die Austrittsöffnungen des Auspuffs in den Gondeln sind fast nicht zu sehen (jeweils der letzte Stutzen)

         

Der 15er

Der 30er

Beide zum Direktvergleich
               

Das in einem Forum
verwendete Programm
http://www.geistware.com/
rcmodeling/cg_calc.htm#cg


DSA
       
      Die von mir verwendeten beiden Schwerpunkt-Ermittlungsprogramme              
   

 

 

       
Die zweite Lösung sieht besser aus                
 

Flugfotos Erstflug

       
       

 

       
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