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DIABLOTIN Super 
oder:
das Fliegengewicht

Bau    Die Waage    Flugerprobung    Zusammenfassung   Motormontage    Gewichte

Es begann damit, daß ein Mitglied unseres Vereines eine Diablotin baute. Dieses Ding mit 1.50m Spannweite, 11ccm-Motor und 2.70kg Gewicht begann mich zu interessieren. Dann kam der Artikel im "Modell" 4/2000. Nun ja, um zu wissen, ob die Angaben stimmen, wurde kurzerhand eine geordert (Sponsored by My Wife). Die Lieferung ging flott und meine Neugier stieg. Also: AUSGEPACKT! Flächen - im ganzen, Flaps, Rumpf, Höhen- und Seitenleitwerk sowie Kleinteile lagen sauber in Schutzfolie verpackt, vor mir. Der erste Schreck kam beim herausnehmen des Rumpfes; 252g, der zweite, als ich die Flächen herausnahm. 1.50m ist doch nicht sooo klein, oder? Fast flogen die Flächen an die Decke:  239g inklusive des Rumpfüberganges. Seitenruder mit Dämpfungsfläche: 21g, Höhenruder komplett: 26g, Fahrwerk (3mm Stahldraht) mit Rädern: 39g, Kabinenhaube: 20g, Motorhaube (Epoxy): 27g. Ergibt ein Leergewicht von 624g bei der ARF-Version (ALLE ANGABEN IN GRAMM!). Da war es an der Zeit, daß meine Kinnlade auf die Arbeitsplatte schlug. Diese Leichtbauweise hat allerdings ihren (Festigkeits-) Preis. Keine Nasenbeplankung, Balsa- statt Sperrholzspanten, Rippen bis zum geht-nicht-mehr ausgeschnitten, ausgesuchtes, leichtes Balsaholz ist hier Vorbedingung.

Wie jemand ein so filigranes Ding ohne Verzug bebügeln kann, ist mir ein Rätsel. Geringes Nacharbeiten mit dem Bügeleisen bei einigen Falten ist nicht erwähnenswert. Es liegen alle Scharniere, Anlenkungen, Haupt- und Heckfahrwerk, Räder sowie diverse Kleinteile bei. Ein großer Dekorbogen rundet das ganze ab. Die Werkskizze genügt, um alle Teile zuordnen zu können.

"BAU": der Zusammenbau braucht nicht gesondert erwähnt zu werden. Dämpfungsflächen für Höhen- und Seitenleitwerk einkleben (vorher die Folie an den Klebestellen entfernen), Scharniere und Anlenkungen montieren; diese Arbeiten erledigt jeder Modellbauer mit links. Die Überlegung, welcher Treibling hier eingesetzt werden soll, wurde durch den Artikel von Peter Wessels vereinfacht. Die erste Wahl fiel auf den Magnum 8,5 4-Takt mit 250ccm-Tank. Auch mir waren die kleinen Dreikantleisten beim Motorspant zu wenig. In diesem Bereich wurde eine Verstärkung mit Matte und Epoxy (sparsam) eingebracht. Da Peter Wessels mit den vom Hersteller vorgesehenen Mini-Servos nicht zufrieden war, nahm ich seine Erfahrung zum Anlaß, gleich große Servos einzubauen. Zu diesem Zweck mußten die Servoausschnitte vergrößert und die Seiten mit Kiefernleisten aufgedoppelt werden, um den Servoschrauben genügend Halt zu geben. Zum Einsatz kamen die neuen Digital-Servos DS 8201 von Graupner, welche mich eigentlich auf Anhieb begeistert haben. Mit 4,2kg Stellkraft und 0,12ms/40 sind sie nicht nur stark, sondern auch enorm schnell. Was mich besonders faszinierte, war die Rückstellgenauigkeit. Auch die Haltekraft (man berührt das Ruder leicht und spürt schon - bei Gestänge ohne Spiel - die Korrektur des Servos) hat überzeugt. Alle Gestänge so kurz wie möglich halten und darauf achten, das sich (fast) kein Spiel einschleicht. Sie haben damit die präziseste Ruderanlenkung. Aber was sage ich, das weiß sowieso ein jeder. Bei mir ist im Gegensatz zum "Modell" - Test nur ein Servo für das Höhenruder vorgesehen. Ich verband, wie im Bauplan vorgesehen, beide Ruderflächen mit dem beiliegenden U-Stahl. Sicher ist es nicht so präzise wie eine Doppelanlenkung mit zwei Servos, aber bis jetzt sah ich noch keinen gravierenden Nachteil. Trotz aller Vorfertigung ist sauber und genau zu arbeiten. Fehler in der Bauausführung können sich nachher in den Flugeigenschaften recht negativ auswirken. Also, genau ausmessen. Die Abstrebung für das Höhenleitwerk darf auf keinen Fall weggelassen werden, da sonst die Dämpfungsfläche durch die Belastung bei gerissenen Figuren abbrechen kann. 

Nach Montage des Motorträgers, des Motors, des Tanks und dem einpassen der Motorhaube sowie der Montage von Luftschraube und Spinner wurde der Schwerpunkt überprüft. Ein SPCM-Empfänger, ein Schalter mit Ladebuchse und ein 1000er-Akku, positioniert am Flächenanfang, brachten den Schwerpunkt genau dorthin, wo er sein sollte. Als Motordrossel - Servo verwende ich ein C-341 von Graupner. Extrem klein und leicht findet es, quer am Brandschott montiert, seinen Platz. Die Möglichkeit, den Empfängerakku direkt unter dem Tank unterzubringen, wird vermutlich der nützen, der laut Herstellerangabe eine 3,5ccm Motor einbaut. Fliegen wird sie damit sicher, aber Extremfiguren wie Torque-Rolle sind damit sicher nicht drin. Das Herstellerseitig angegebene Gewicht von 1.50kg (mit Mini-Servos) wohl schon. 

Die Waage: Nun mußte das ganze Ding noch einmal auf die Waage. Der Zeiger bleibt zu meiner Zufriedenheit auf 1.70kg stehen. Als Vergleich: Peter Wessels hat mit OS 46 FX, schwerem Schalldämpfer und zwei Höhenruderservos 4421 (JR) 1.80kg, die Standardversion meines Vereinskollegen (bei gleicher Größe) 2.70kg! Ich würde allerdings ebenfalls für ein Werkseitig eingebautes zweites Höhenruder - Servobrett plädieren, da so der Modellflieger selbst entscheiden kann, ob er ein / zwei Servos oder den Stahldraht einsetzt. Im Gegensatz zu Peter bin ich nicht der Meinung, daß die Servos an der Unterseite der Fläche angebracht werden sollten. Der Motor bläst nämlich die Abgase unter die rechte Fläche. Ein dort montiertes Servo würde einen „geölten“ Eindruck hinterlassen, da die Servoschächte nicht geschlossen sind. 

Flugerprobung: Der Magnum war neu und noch nicht gelaufen. Da ich aber kein Freund von Einlaufprozeduren am Boden bin (Motor auf Probestand, 2 Std. laufen lassen oder Motor im angebundenen Modell einlaufen lassen), wurde nach gründlicher, und, soweit möglich genauer Einstellung des Stand- und Übergangslaufes bei fetter Einstellung - ein Viertakter braucht so an die 6 Stunden, um eingelaufen zu sein - ein Start gewagt. Ich war noch nicht einmal auf Halbgas, hob die Diablotin ab und stieg sanft in den Himmel. Ohne Trimmkorrekturen flog sie auf Anhieb ausgezeichnet. Kein Anzeichen von Abkipptendenzen oder ähnlichem. Langsamflug ist bei diesem Gewicht eine Stärke. Nach 3x 25min. Flugzeit wurde der Motor etwas magerer gestellt und getestet, wie's denn senkrecht ausschaut. Also, mit noch nicht eingelaufenem Motor konnte ich bereits senkrecht einparken. Besonders bei der Landung sieht man den Unterschied zu der schwereren Version. Aber auch hier sollte man "Weichheit" walten lassen, da ansonsten der 3mm-Stahldraht (?) seine Biegefreudigkeit zeigt. Probleme gibt es bei der Landung sicher keine. Der Nachteil bei einem leichten Modell: bei etwas frischerem Wind geht's im Flug auf und ab. An ruhiges Figurenfliegen ist dann nicht mehr zu denken.  Die Landungen bei Wind sind schwer zu beschreiben: zwei Zacken Schleppgas, gezogenes Höhenruder und es geht senkrecht nach Art eines Hubschraubers nach unten. Nach dem Aufsetzen sollte man allerdings auf Böen achten, die das Modell glatt auf den Rücken legen können. Auf noch etwas sei hingewiesen: niemals gerissene Figuren mit Vollgas fliegen. Sie können sonst todsicher fragen: in wie viele Teile zerfällt eine Diablotin? Es lassen sich alle möglichen und unmöglichen Figuren mit ihr fliegen, aber eben ohne Einsatz der vollen Power. Halbgas genügt. Für’s „Teufeln“ wurde sie, obwohl der Name so klingt, nicht konzipiert. In nächster Zeit werde ich etwas "aufdoppeln". Dann kommt der nämlich OS MAX 46 LA (7.64ccm) hinein. Ich bin schon gespannt, ob das Modell dann einen Besuch bei Petrus macht. 

Zusammenfassung: mit 3.298.- ATS nicht gerade das billigste Modell unter den Angeboten der ARF-Modelle, aber sicher eines, das ungemeinen Spaß bereitet und vor allem extrem sauber gebaut ist. Bedenkt man die Vorfertigung, ist es äußerst preiswert. Meine Empfehlung: Kaufen, Kleben, FLIEGEN, FLIEGEN, FLIEGEN ........ 

Nachsatz: Peter Wessels möge mir verzeihen, aber für Interessierte leihe ich mir seine Gewichtstabelle der Diablotin Standard aus, um zu zeigen, wo Gewicht gespart werden kann: 

GEWOGENER TEIL

Modell Wessel

Mein
Modell

Diablotin
Standard

Rumpf 

250g

252g

362g

Seitenruder mit Dämpfungsfläche

22g

21g

35g

Höhenruder komplett

27g

26g

75g

Flügel mit Übergang

236g

239g

460g

Fahrwerk

39g

39g

63g

Kabinenhaube

20g

20g

21g

Motorhaube

26g

27g

30g

GESAMTGEWICHT

620g

624g

1046g

Wenn man die Gewichte der „Super“ von Peter Wessels (Modell 4/2000) mit dem vorliegenden Bausatz vergleicht, stellt man nur geringe Abweichungen fest. Ein Zeichen für hohe Qualität bei der Zusammenstellung der verwendeten Materialien. Alle Gewichte sind natürlich MIT Folie (ARF-Version)!                                    m.s.