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  Der GROSSE Reiher
Nostalgie pur!
Gebaut und Fotografiert von Artur Bail, beschrieben von Manfred Stocker
 

Vor einiger Zeit sagte mir Artur Bail (in Modellflugkreisen wohlbekannt), er wolle einen großen Reiher (ein Antik-Modell) bauen. Ob ich interessiert wäre? Ob er einen oder zwei baut, wäre egal. Na ja, natürlich wollte ich! Also begann Artur mit den Vorbereitungsarbeiten, die da wären: Helling bauen, Rippenblöcke ausschneiden, Leisten ablängen. Zu den Rippen sei gesagt, dass hier natürlich auch Halbrippen zu fertigen waren. Da die Flächen eine Pfeilung, eine große V-Form, zusätzlich eine Schränkung und Ohren haben, ist es natürlich nicht leicht, die Fläche in die richtige Form zu bringen. Die Ohren wurden in den Bögen außen mit Alu-Rohr geformt. Außerdem wollte er die Flächen teilbar gestalten, was den Einbau einer Steckung (Kohlefaser) erforderte. Diese wiederum bedingte, die V-Form geringfügig zurückzunehmen, da sonst die Steckung mit der geforderten Festigkeit nicht eingebaut werden konnte.

Das Seitenleitwerk ist eine besonders filigrane Konstruktion, die erst durch die Bespannung ihre Festigkeit erhält. Die Übergangsblöcke sind aus Balsa. Auch die Ruderfläche musste in Hinblick auf Gewichtsoptimierung gebaut werden.

Der Rumpfbau erforderte eine Helling. Für heutige Verhältnisse undenkbar. Oder können Sie sich vorstellen, dass ein Modellbauer, der in diesen Zeiten der ARF- und ARC-Modellen noch eine Helling baut, Leisten ablängt und Rippenblöcke schneidet und schleift? Hier hat Artur den Satz  "Zurück zu den Wurzeln" wörtlich genommen!

Eine besondere Behandlung erforderte das Höhenleitwerk. Ausgeführt als Pendelruder, war auch hier eine Steckung erforderlich. Die Überlegung ging weg von einem Pendelruderhebel, da dieser zuviel Platz einnehmen würde. Also konstruierte Artur kurzerhand eine Anlenkung, die mittels einer Kulisse und einem extrem kurzen Anlenkungshebel das Höhenruder präzise  ansteuert.

Die Bespannung war ein besonderer Leckerbissen. Ich hatte noch zwei Rollen Flies in meinem Fundus. Eine Rolle war selbstklebend, eine ohne Klebebeschichtung. Artur war mit der selbstklebenden mehr zufrieden, da diese weniger Spannlack benötigte, um dicht zu werden. Nach 7maligen Anstrich der Flächen und 5maligen beim Rumpf hatte Artur genug und das Flies war gespannt.

Das hier natürlich kleine Fernsteuerungsbauteile verwendet werden müssen, ist wohl klar. In meinem Reiher sind zwei Servos Pico BB Plus (L/B/H: 27/9/24, Stellkraft bei 4,8V: 1500g, Gewicht: 9g) und ein Yeti Rex 5Plus (Oskar Czepa hat darüber einen Testbericht im Prop geschrieben) eingebaut. Als Stromversorgung werden 4 Stück 750er AAA NC-Zellen verwendet, die (natürlich) ohne Schalter direkt den Empfänger und die Servos mit Strom versorgen. Aus- und Eingeschaltet wird über einen kleinen Jumper, den Artur bei der Verkabelung mit herstellte. Einfach nur Umstecken, und die Stromversorgung ist eingeschaltet. Über den Anschluss kann der Akku auch geladen werden, da die Einbauteile aus Gewichtsgründen nur mehr zugänglich sind, wenn man das Flies aufschneiden würde. Das Gesamtgewicht des Modells ist dementsprechend! Bei einer Spannweite von 2100mm und einer Rumpflänge von 1470mm bringt das filigrane "Holzgerüst mit Flies" ganze 820 Gramm auf die Digitalwaage!

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So sieht echter MODELLBAU aus! Fast fertig ... Die unerlässliche Helling Zwei Rümpfe,
Rohbaufertig
Die HR-Lagerung.
Vorne die Steuerkulisse
Flies-Bespannung Besuch: so etwas schon
lange nicht gesehen!
Ehrfürchtig durfte ich ihn halten ... Der Meister persönlich bei der Arbeit! Ein-/Ausschalten und
Laden mittels Jumper
 
Das Seitenleitwerk mit
vorbereiteter HR-Lagerung
Arturs Modell in Orange      Mein Modell in Rot
Stinkt noch nach Spannlack!
Reiher mal 2

 

Erstflug am Seil: 04.04.2005

Er verhält sich manierlich am Seil und zeigt keine besonderen Ausbrechtendenzen. An diesem Tag gab es Null Thermik, dafür aber kalten Wind. Er zeigte trotzdem hin und wieder ein Steigen an. Der "Schweberer" ist elefantös!

  Technische Daten  

Spannweite:

 2100mm

Rumpflänge:  1470mm
Gewicht:  820g
Stromversorgung:   4 NC-Zellen AAA 750 mAh
Empfänger:  Jeti Rex 5 Plus (mit Antenne 9,7g)

Servos:

 2x Pico BB Plus (je 9g)
Flächeninhalt : 50,5 dm2, Flächenbelastung : 16,2 g/dm2