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EinstellWinkelDifferenz

EWD - was is'n das?

EWD steht für "Einstellwinkeldifferenz". Den meisten Modellfliegern bekannt, sorgt sie bei Neueinsteigern doch für ratloses Kopfschütteln. Da diese Einstellungen Auswirkungen auf die Flugeigenschaften haben, sei hier kurz erklärt, was es damit auf sich hat.

Die Messinstrumente für die Messung des Einstellwinkels

Der Einstellwinkel:

Darunter versteht man den Winkel zwischen Längsachse des Modells (gedachte Linie in Richtung der Rumpflängsachse) und der Sehne des Tragflächenprofils (gedachte Linie zwischen Endleistenspitze und MITTE Nasenleistenradius) bzw. den Winkel zwischen der Längsachse des Modells und der Sehne des Höhenleitwerkprofiles. Die Differenz dieser beiden Winkel wird als Einstellwinkeldifferenz bezeichnet. Das "Höhenleitwerk" (HLW) besteht eigentlich aus zwei Komponenten: der sogenannten "Dämpfungsfläche", welche starr mit dem Rumpf verbunden ist (ausgenommen Pendelruder, bei dem die gesamte Fläche des HLW bewegt wird) und der Ruderfläche, welche - beweglich an der "Dämpfungsfläche" gelagert - durch die Ansteuerung mittels Servo für die Höhenveränderungen des Modells verantwortlich zeichnet.

Da zwei Winkel gemessen werden, ergeben sich dabei grundsätzlich drei Meßarten:

1) der gesamte Winkel wird an der Tragfläche eingestellt - d.h. die Nase der Fläche wird um den Gesamtwert der EWD angehoben und das HLW ist neutral. Der Winkel zwischen Profilsehne des HLW und der Modellachse ist demnach 0.

2) der gesamte Winkel wird am HLW eingestellt, d.h. die Endleiste der Dämpfungsfläche wird um den Gesamtwert der EWD angehoben bzw. abgesenkt und die Tragfläche liegt neutral. Der Winkel zwischen Modellachse und Profilsehne der FLÄCHE ist in diesem Fall 0.

3) der größte Teil der EWD wird an der Tragfläche eingestellt (Nase angehoben), der kleinere Teil am HLW (Endleiste wird angehoben bzw. Nase abgesenkt). Addiert man die beiden Teilwinkel, erhält man wieder den Gesamtwinkel und damit die EWD.

Die häufig verwendete EWD von 3 würde also folgendermaßen aufgeteilt werden:
Tragflächen-Teilwinkel 2 + Höhenleitwerks-Teilwinkel 1 = 3

In der Regel wird die Methode 3) angewandt. Das Modell liegt dabei relativ gerade in der Luft, die Fläche hat positive Anströmung und das HLW gleicht durch seine geringe Anstellung die Fluglage aus. Mittels der EWD wird im weitesten Maße die Geschwindigkeit des Modells im Normalflug eingestellt. Ruderbewegungen sollten die Flugbahn NICHT beeinflussen. Für den optimalen Flug sorgt die EWD. Bei falsch eingestellter EWD kann man natürlich (in geringem Maße) durch Verstellung des Höhenruders eine Besserung erreichen, wobei egal ist, ob dies durch  Knüppelausschlag oder Trimmung erreicht wird. Da aber jeder Ruderausschlag eine Erhöhung des Luftwiderstandes mit sich bringt, ist dies nur eine Notlösung und führt natürlich zu einer negativen Beeinflussung der Flugeigenschaften. Vor allem ist die EWD einzustellen, denn sie legt in erster Linie den Anströmwinkel (Winkel, den die Fläche in Normalfluglage angestellt ist) der Tragfläche im Normalflug fest.

Allen Waagen gemeinsam ist eine Erklärung beigelegt, welche sicher ohne meine Erklärung die Verwendung klar und deutlich vermittelt. Man kann damit nicht nur den Einstellwinkel, sondern auch Motorsturz/Motorzug und vieles mehr messen.  Nun bleibt mir nur zu wünschen, das alle Winkel stimmen und die Flugeigenschaften entsprechen.

Fotos: Bernd Schäfer