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Ein Konstruktions-, Bau- und Flugbericht von Josef Hruska
(Fotos: J.Hruska, Text: M.Stocker )
Josef, der begeisterte Konstrukteur
  Technische Daten
Spwt.
1050 mm
Länge
700 mm
Gewicht
2,10 kg
Motor
8 ccm, 1025 GT von Webra   
Propeller
12 x 9
Steuerung
      
Quer, Höhe, Seite, Motor,
Wing-Gyro (Kreisel) auf Querruder
Kosten
Rohbau: 400.- ATS
 ^ Der stolze Konstrukteur, Erbauer und Pilot

Da ich das Glück habe, im Familienkreis mehrere Modellflieger zu haben, liegen   naturgemäß bei Besuchen der lieben Verwandtschaft viele Modellfachzeitschriften herum. Zufällig fand ich in einer Fachzeitschrift aus den USA beim Durchblättern ein Bild der Fokker DrI. Spontan wurde die Idee geboren, diese Maschine als Fun-Flyer nachzubauen. Einschlägige Erfahrung in dieser Klasse habe ich (2 “normale” Fun-Flyer und einen in Doppeldeckerausführung), also wurde als erstes die Erstellung des Planes in Angriff genommen. Da ich mit einer Scale-Version nichts am Hut habe, wurde aus einem Heft die Dreiseitenansicht der DrI entsprechend meinen Vorstellungen in den Proportionen etwas abgeändert. Als Spannweite entsprach 1,10 meinen Vorstellungen, 4 Servos, je eines für Motor, Quer, Seite und Höhe (Webra S8) mussten genügen. Die Erstellung des Planes war trotz widriger Umstände - es war kein geeignetes, neues Papier zu finden, also wurde einfach auf einen alten Plan gezeichnet - an einem Tag abgeschlossen. Als Grundkonzeption wurde die bequeme Unterbringung der Fernsteuerung gewählt. Also: Rumpfbreite 20 mm, um Empfänger und Servos unterbringen zu können. Es widerstrebte mir, diese einfach außen am Rumpf anzuschrauben. Die Stromversorgung wird von einem 1400 mAh Sanyo - Akku mit 4 Zellen übernommen. Als Profil wählte ich das bewährte, in meinem Fun-Flyer – Doppeldecker verwendetes ???-Y. Bei der Suche nach dem benötigten Material wurden alle Holzreste, die ich finden konnte, nach dem Motto “ob alt, ob dick, ob kurz, ob klein, der letzte Rest muß mit hinein!” verarbeitet. Musterrippen waren in kurzer Zeit erstellt, also war die Herstellung der Flächen mit verkasteten Hauptholmen keine Hexerei. Der Rumpf besteht aus Balsaleisten, die auf beiden Seiten mit 1,5 mm Balsa beplankt sind. Auch die Leitwerke sind aus Balsaleisten schnell und zügig erstellt. Bald lag der “Rohbau” fast fertig vor mir.

Vor den Erfolg hat der Herrgott den (Balsa)Staub gesetzt ...    Fertiger Rohbau: da freut sich der Holzwurm! ð

Die weitere Überlegung galt dem Einstellwinkel. Abweichend vom Original der Fokker legte ich die Standardeinstellungen eines Fun-Flyers zugrunde: 0-0-0. Als Motorisierung wurde bei einem (geschätzten) zu erwartendem Gewicht von ca. 2 – 2,4 kg ein zuerst ein 6,5er Webra, nach reiflicher Überlegung (Stirnwiderstand von 3 Flächen) ein 8 ccm 1025 GT Webra sowie ein 250 ccm - Tank vorgesehen. Die Flächen sowie das Höhenleitwerk wurden aus Transport- und Aufbewahrungsgründen (wer grinst denn da ?) abnehmbar gestaltet, sämtliche Anlenkungen in 1,5 mm Stahldraht angepasst und gebogen. Das Finish wurde aus Der Staub hat ein Ende!Gewichtsgründen mit Folienbespannung (Oracover) ausgeführt. Bei der
Abrechnung der Arbeitszeit kam eine “Beschäftigungstherapie” im Zeitraum von einer (1) Woche bis zur Fertigstellung heraus. Das Gewicht war mit 2,1 kg ungefähr dort geblieben, wo ich es vorgesehen hatte. Bei drei Flächen akzeptabel, oder ?.



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Nach einer Woche: fertig auf dem Küchentisch







Zur Flugerprobung: Es waren auf Grund der Konzeption sicher keine Flugeigenschaften eines Taxis zu erwarten. Es blies ziemlich viel Wind, als ich mich zum Erstflug am Flugplatz einfand. Nach den letzten Checks wurde der Motor sauber eingestellt, Pampers angelegt, und ab ging es in die Lüfte. Ich war vollkommen überrascht, als die Fokker auf Anhieb durch die Figuren ging. Eigentlich hatte ich Adrenalin + 60 erwartet. Als Luftschraube war die 12 x 8 eine gute Wahl. Die Eigenstabilität ist natürlich 0, die Fluglage muß dauernd beobachtet werden. Aus diesem Grund wurde nach dem Erstflug ein Ikarus - Kreisel (Wing-Gyro) dem Querruderservo vorgeschaltet. Diese Maßnahme gibt dem Modell um die Längsachse ein sehr ruhiges Flugverhalten. Weitere Unarten zeigte das Biest bei Landung oder Motorausfall. Zur Landung muß mit Halbgas angeflogen werden, welches erst kurz über dem Boden bei gleichzeitigem Ziehen herausgenommen werden darf. Interessant wird es bei einem Motorabsteller. Bleibt der Motor weg, ändert sich der Gleitwinkel schlagartig auf 1 : Ziegelstein; die einzige Möglichkeit, dann noch einen Absturz zu verhindern, ist eine schnelle Reaktion, genügend Höhe und gute Nerven. Die DrI sofort maximal nachdrücken – Fahrt ist hier das ganze Leben - und erst kurz über dem Boden ziehen. Eine reine Nervensache. Sollte es wirklich einmal zur ungewollten Bodenberührung kommen, ist das Konzept der Maschine so gut, daß es trotz Überschlag zu keinen ernsthaften Beschädigungen kommt. Bei der weiteren Erprobung wurde versuchsweise ein 6,5 ccm Webra eingebaut. Mit dieser Motorisierung fliegt die DrI - und zwar nur das. Wer gerne einen “weiche” am Knüppel hat, kann es probieren.

Fertig zum Start _  Fertig zum Erstflug - die Spannung steigt