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Hype 3D
von Weston U.K.

 

Ein Fun-Flyer der Extraklasse
(http://www.westonuk.co.uk/)
Bericht Prop 4/2003


Seit ich mir den Simulator "AeroFly Pro" gekauft hatte, flog ich so zum Spaß immer mit der Hype 3D. Die Flugeigenschaften waren so gut, dass ich auf die Suche nach dem Modell ging. Es sollen doch alle Modelle aus dem Simulator wirklich existieren und die Flugeigenschaften dem Original angepasst sein. Ich fand das Modell bei Weston im Vertrieb von Schweighofer. Wenn das Modell - so die Überlegung - nur halb so gute Flugeigenschaften wie das im Simulator hätte, wäre das ein Fun-Flyer nach meinem Geschmack. Also bestellt und kurz darauf wurde ein großer Karton geliefert, (sehr stabile  Verpackung mit einem "Karton im Karton"). Die Finish-Qualität der einzelnen Teile konnte gleich beim Öffnen überzeugen. Oracover als Folie, Motorhaube lackiert. Und als Sonderleistung eine Klarsichtmotorhaube, mit der die Lage der Ausschnitte für den Motor / Schalldämpfer / Düsennadel exakt angezeichnet werden konnte. Diese Ausschnitte dann auf die Motorhaube übertragen und es gibt keinen Verschnitt.


Bausatz: Es liegt alles bei, was der Modellbauer braucht. Motorträger, Tank, Spinner, Fahrwerk, Räder, Radachsen, Radkappen, Ruderhörner, Heckfahrwerk mit Rad und Lager, Stahllitze, diverse Verbinder,  Anlenkungsteile, Scharniere. Zu den Scharnieren: an die musste ich mich erst gewöhnen. Plastikplättchen mit einer Ausnehmung in der Mitte. Da aber diese Scharniere nicht auseinander zu reißen sind und auch nicht brechen, ließ ich mich überzeugen. Vorteil: ein ganz schmaler Schlitz genügt zur Montage. Aufrauen, reinstecken, zwei bis drei Tropfen Superkleber, eventuell einen Stahlstift zur Sicherung, hält! Zugekauft wurde nur der Original Weston-Dämpfer, der bereits mit Krümmer fertig konfektioniert geliefert wird. Die Bohrungen passen nicht nur auf den Weston "West Eurotech 50 T1", sondern auch auf den Webra 50GT. Kein Wunder, kommen doch beide Motoren vom gleichen Hersteller, nämlich Webra.

 

Ein kurzes Wort zu den beiliegenden Schrauben und Muttern: Verwenden Sie diese, so bekommen Sie bei Verlust einer Schraube Probleme. Diese sind, wie in England üblich, leider nicht mit einem Metrischen, sondern mit Whitworth- Gewinde. Das gilt auch für die Plastikschrauben! Also vorher an einen Austausch denken.


Zusammenbau Fläche: Diese beschränkt sich auf die Servoeinbau, das Einziehen der Servokabel,   Einkleben des Flächendübels, der Anbringung der Querruder sowie deren Anlenkung. Ganz zum Schluss wird noch der Rumpf- Flächenübergang angepasst und mit Silikon auf die Fläche geklebt. Praktisch fand ich, dass für die Rumpfbefestigungsschraube auch ein Gewinde in die Fläche geschnitten ist. So kann diese nie verloren gehen und muß auch nicht jedes mal eingefädelt werden. Obwohl das mit dem beiliegenden GFK-Rohr als Führung kein Problem darstellt. Ach ja, noch etwas: legen Sie das (die) Anschlusskabel der Querruder etwas in Richtung Nasenleiste, da sonst das Kabel genau unter dem Höhenruderservo aus der Fläche kommt und für "Verwicklungen" sorgen könnte.

Zusammenbau Rumpf: Dämpfungsflächen des Höhen- und Seitenleitwerks von Folie befreien und winkelig einkleben. Sorgfältig arbeiten und Vermessen ist hier wichtig! Die Anbringung der Scharniere ist eine Freude. Da die Schlitze schon vorgearbeitet sind, die Plättchen nur hineinstecken und verkleben (siehe Zubehör). Vor der Fertigstellung wurde noch der Motorspant und der Tankraum mit Epoxy ausgepinselt, um ein Aufweichen durch Treibstoff zu verhindern. Ferner wurde die einzige Schwachstelle des Modells, die Fahrwerksaufhängung, mit Matte und Dreikantleisten verstärkt. Das hat aber der Hersteller auch bereits erkannt und zwei zusätzlich anzubringende Sperrholzstücke beigelegt. Sogar ein extra Hinweis auf diese Modifizierung liegt bei (in "Inglisch", wie die gesamte Bauanleitung. Die Fotos sind wieder in deutsch, weil auch ich sie verstanden habe :-)) Bei Verwendung eines Webra 50GT passen alle bereits fertigen Bohrungen für den Motorträger, der Motor liegt im richtigen Winkel (70 nach rechts unten). Der Anlageneinbau schließt die Arbeiten ab. Interessant ist die Anlenkung des Höhenruders mit doppelter Litze: je zwei Seile werden an einem Punkt am Servohebel angelenkt, jedes steuert aber ein anderes Ruder. Also Litze 1 HR rechts auf hoch, Litze zwei HR links auf tief und umgekehrt. Der Übergang von Litze auf Servohebel wird mit einem Gabelkopf und einer Augenschraube hergestellt, die Befestigung der Litzen einfach mit Quetschhülsen vorgenommen. Diese Verbindungen halten Bombenfest! Spannen Sie die Litzen nicht zu stark, da sonst die Servos dauernd auf Zug belastet werden und Strom ziehen.

Motoreinbau:
Wie vom Hersteller empfohlen mit ca. 70 Seitenneigung, dadurch liegt der Genesis-Pipe direkt mittig unter dem Rumpf. Ich verzichtete auf eine gedämpfte Aufhängung und befestigte den Motorträger direkt am Spant, da auch der Schalldämpfer keine Abstützung braucht. Vergaseranlenkung, Tankeinbau und das Anpassen der Motorhaube mittels des mitgelieferten "Dummys" beenden die Arbeiten am Rumpf.

Schwerpunkt: Der vom Hersteller empfohlene Standard-Schwerpunkt liegt zw. 150 mm und 160 mm hinter der Nasenleiste, für uneingeschränkten 3D-Flug werden 180 mm empfohlen. Nach Rücksprache mit Kollegen, die das Modell bereits fliegen (so viele sind's noch nicht) wurde mir für "Fun" der 180er-SP empfohlen. Bei dieser Schwerpunktlage wird die Hype "HYPEraktiv".


Flugeigenschaften: Präzise und folgsam geht er durch alle möglichen und unmöglichen Figuren, die man sich ausdenken kann. Die riesigen Ruderausschläge der großen Ruder machen es möglich. Hoovern geht sehr gut, die Torque-Rolle muß ich noch etwas üben. Besonderen Spaß macht der Purzelbaum am Stand. Es ist aber auch möglich, das Kunstflugprogramm ohne Eierfiguren zu fliegen. Langsamflug ist ein Genuss.  Achten Sie bei großen Ruderausschlägen auf genügend Expo, sonst ist ein Herzinfarkt vorprogrammiert!


Steuerung: Quer, Höhe, Seite, Motor ** Mix schaltbar: QR auf HR als Gegenklappen, QR als Klappen nach oben / unten für extremen Langsamflug (normal und "andersrum"), Klappen auf HR, bei Normalflug DualRate 50% auf HR, Exponential mit 68% auf HR / 36% auf QR, bei vollen Ausschlägen Exponential auf alle Ruder 82%.


Fazit: Ein Fun-Flyer, wie ihn sich viele Piloten wünschen. Er folgt präzise den Ruderkommandos und hat einen großen Geschwindigkeitsbereich bei relativ geringem Gewicht und ausreichender Stabilität. Durch die großen Ruderausschläge sind alle Figuren ohne Probleme zu fliegen, Festigkeitsbedenken gibt es nicht. Es sei denn, Sie wollen eine gerissene Rolle aus einem Bahnneigungsflug mit Vollgas fliegen. Für den fortgeschrittenen Modellpiloten eine Möglichkeit, sich seinen Frust ohne bedenken von der Seele zu fliegen.


Technische Daten

Hersteller:   Weston U.K.

Spannweite: 

1520 mm
Länge:  1560 mm
Einzelgewichte aus dem Karton: 
Rumpf:     357 g
Höhenleitwerk komplett:     120 g
Seitenleitwerk komplett:       45 g
Flächen komplett:     644 g
Übergang Fläche / Rumpf:       21 g
Motorhaube + untere Verkleidung:       70 g
Radverkleidungen + Räder:       50 g
Fahrwerk (Alu):       70 g
Kabinenhaube (transparent):       55 g

Gesamt:   1432 g
Gesamtgewicht Flugfertig (trocken):   2668 g
 Motor:  Webra 50 GT (8,5 ccm / 1,5 PS)
Schalldämpfer:   Original Weston-Dämpfer (Genesis-Pipe)
Tank:   350 ccm
Servos:    SR / HR je 1x, QR 2x Graupner DS 8201
Akku:   1700 Sanyo

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Baukasteninhalt Höhenruderservo mit der beschriebenen Anlenkung Querruderanlenkung mit Robart Kugelgelenk-Ruderhorn Drosselservo
Einige Ansichten Leitwerksektion
Motoreinbau Holländisch: "van hinten" Gut sichtbare Unterseite