Zur Startseite (www.modellflug-freakshow.at)
MOTORSTURZ und MOTORZUG

MOTORSTURZ (Bild 1 - Bild 2):

GRUNDSÄTZLICHES: als "MOTORSTURZ" wird jener Winkel bezeichnet, um den die MOTORLÄNGSACHSE zur RUMPFLÄNGSACHSE nach unten geneigt ist. Als "MOTORZUG" bezeichnen wir jenen Winkel, um den die MOTORLÄNGSACHSE zur RUMPFLÄNGSACHSE nach rechts (oder links) gerichtet ist.

Da der Motor einen Geschwindigkeitsvortrieb liefert, die Fläche dadurch schneller angeströmt wird und mehr Auftrieb liefert, muss dieser Umstand durch den MOTORSTURZ ausgeglichen werden. D.h., der Motor muss bei Vollgas das zusätzliche Auftriebsmoment der Fläche kompensieren, indem seine Kraft (teilweise) in Abtrieb umgesetzt wird. Das Modell sollte also bei Vollgas geradeaus fliegen. Andererseits muss der Sturz so eingestellt sein, daß beim Drosseln auf Standgas das Modell nicht - durch das wegfallende Abtriebsmoment - in den Himmel steigt, da nach dem Drosseln die Fahrt sofort in Höhe umsetzt wird. Man kann die Umsetzung von Fahrt in Höhe schön testen, indem man das Modell - egal welches - in einen Sinkflug steuert und nach ein paar Sekunden Geschwindigkeitsaufnahme das Höhenruder loslässt.

Es muss also ein Kompromiss gefunden werden, bei dem das Modell sowohl bei Vollgas als auch bei Standgas nicht nach unten oder oben zieht. Hier spielen EWD und MOTORSTURZ zusammen eine Rolle. Bei viel EWD erzeugt die Fläche schon bei geringen Geschwindigkeiten viel Auftrieb, daher wird das Modell bei Vollgas ohne Motorsturz bis zum Strömungsabriss nach oben ziehen. Drosselt man in so einem Fall, nimmt das Modell durch den jetzt fehlenden Vortrieb und dem sich durch den höheren Widerstand der Fläche damit ergebenden Geschwindigkeitsverlust sofort die Nase herunter (fehlender Vortrieb + zu wenig Geschwindigkeit = Knacks ). Reagiert man falsch und beginnt zu ziehen, d.h. noch mehr Geschwindigkeit wegzunehmen, so ist Kleinholz vorprogrammiert.

MOTORZUG (Bild 1 - Bild 2):

Jedes Modell will geradeaus fliegen. Dabei unterstützt uns das Seitenruder, das einen stabilisierenden Effekt auf die Flugbahn unseres Modells ausübt. Nun schrauben wir aber in unserer Gier, schneller vorwärts zu kommen, einen Motor vorne drauf. Dieser Motor treibt eine Luftschraube an, die dann mehr oder weniger schnell rotiert und dadurch Vortrieb liefert und die Luft (durch die Drehung der Luftschraube in einer Art "Korkenzieherbewegung") nach hinten beschleunigt. Das Seitenruder wird nun von einer Seite angeblasen, wodurch das Flugzeug in eine (dem Druck entsprechende) Kurve gedrückt wird. Machen wir nun nichts dagegen, so wird unser Modell bei Vollgas eine entsprechende Kurve fliegen. Gleichen wir selbige Tendenz nun mit der Seitenrudertrimmung aus, so das es bei Vollgas geradeaus fliegt, wird das Modell im gedrosselten Zustand eine entgegengesetzte Kurve fliegen, weil ja die Trimmung des Seitenruders auf diese Seite gestellt ist und der Druck des Propellerstrahls fehlt.

Nun tritt uns der MOTORZUG hilfreich in die zur Seite. Da unser Propeller in Flugrichtung gesehen rechts herum rotiert, müssen wir den Motor, ebenfalls in Flugrichtung gesehen, so ausrichten, dass er in der Regel nach rechts zeigt. Und zwar nur um jenen Wert, der die Propellerströmung der Luftschraube wieder ausgleicht und das Modell keine Kurve fliegen lässt. Dieser Wert ist genau so wie der Motorsturz abhängig von der Stärke des Motors, dem verwendeten Propeller, der Drehzahl sowie der Gesamtauslegung des Modells und daher für jedes Modell individuell anzupassen. Man spricht dann von Rechts- oder Linkszug.

Genaueres findest Du in den Artikeln zum Thema "richtiges Einfliegen", Motorsturz/Motorzug.