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Die V-Form

Jo, habediehre. Scho wieda wos neichs! Fia wos is denn des schowida guat?
(Übersetzung: Mein Gott, schon wieder etwas neues. Für was ist denn das schon wieder gut?)

Das wird so mancher Neuling fragen, der sich mit den Stabilitätseigenschaften eines Flugmodells beschäftigt. Als V-Form wird jener Winkel bezeichnet, um den die Fläche gegenüber der Geraden einer Flächenhälfte gehoben ist.

Die V-Form ist mit dem Schwerpunkt und der EWD maßgeblich an den stabilen Flugeigenschaften  unseres Modells beteiligt. Je größer die V-Form, desto stabiler wird unser Modell fliegen. Man muß sich als Hilfsmittel einen Schiffsrumpf vorstellen. Wenn sich das Schiff auf die Seite legt, taucht mehr Fläche seines Rumpfes in das Wasser ein. Dadurch erhöht sich die Wasserverdrängung; diese Kraft richtet das Schiff wieder auf.

Ebenso ist das mit der Fläche. Fliegt ein Modell z.B. in einer Linkskurve, so liefert die linke Fläche - weil die rechte in die Höhe steht - mehr Auftrieb. Diese Kraft richtet unser Modell, wenn wir nicht steuern, automatisch wieder in eine gerade Fluglage, und zwar solange, bis die rechte Fläche wieder mehr Auftrieb als die linke liefert.  Bei einem Hochdecker sehr gut zu begreifen, da auch der Schwerpunkt unter der Fläche ist und das ganze wieder auspendelt. Ein Tiefdecker mit 0 V-Form wird daher nicht Eigenstabil fliegen, ein Hochdecker mit einer größeren V-Form sich im Flug nach einer Schräglage ohne zu steuern wieder selbst neutralisieren. Probiere das ganze mit z.B. einem Airfish oder einem anderen Anfängersegler aus. Bringe das  Modell in eine Steilkurve und lasse alle Knüppel los. Das Modell wird sich nach einigen Pumpbewegungen wieder in gerader Fluglage (sofern der Schwerpunkt und die EWD stimmen) ausrichten. Macht man selbiges bei einem Tiefdecker mit geringer V-Form, wird sich dieser ohne Steuereingriff ungespitzt in den Boden bohren.