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Robbe      

    Maexi

Aus ALT mach NEU
 

Nostalgie im neuen Gewand, das ist es, was Robbe uns zum 85. Jubiläum anbietet. Ich bin zwar noch nicht 85, aber ich erinnere mich an die Zeit vor ca. 38 Jahren, als ich den Ur-„Mäxi“ fliegen konnte. Damals natürlich mit 10ccm Motor und einer der ersten Proportional - Fernsteuerungen von Graupner. Der Unterschied zu Heute ist der Hustenanfall, der einen beim Öffnen des Bausatzes überfiel. Balsastaub in Reinkultur soll ja gut für die Lunge sein. Obwohl ich gerne mit „Nostalgiematerial“ baue, so überrascht mich doch die Qualität, die Robbe hier als ARF anbietet. Ich habe mich (zeitgemäß) für den Bau der Elektroversion entschieden. Es liegt alles bei, das man zum „Bau“ benötigt. Schrauben, Kleinteile, Motorträger für Verbrenner und Elektromotor. Aber nun zum wesentlichen:

 Flächen: nach dem Zusammenkleben der Flächenverbinder mit Weißleim musste ich etwas Anpassung vornehmen, um ihn ohne Probleme einpassen zu können. Ein bisschen Schleifarbeit, die etwas von der Dicke abträgt. Nun die Flächen mit Weißleim zusammenkleben, die Querruder mit den Fliesscharnieren mit Superkleber „Dünnflüssig“ anschlagen (das geht am besten mit einer auf die Kleberflasche aufgesteckten Injektionsnadel) und die Querruderanlenkungen mit Epoxy einkleben. Nach Durchtrocknung wird der Rahmen für das Querruderservo angepasst und aufgeklebt. Ja, ja, schon richtig: nur 1 Servo fürs Querruder! Die Servomontage sowie das Freilegen der Nuten für das Fahrwerk und das Einkleben der Flächendübel beenden den Flächenbau.

 Rumpf: Das Freilegen der Leitwerksausschnitte in der Folie, das Anpassen, Ausrichten und Einkleben von Höhen- und Seitenruder sowie die Montage der Ruderhörner ist nicht beschreibenswert, weil die gute Bauanleitung alles erklärt.

 Motorträger: 3 Einschlagmuttern anbringen und den Motorträger anschrauben, fertig. Unbedingt sollte man die beigelegten Schrauben für den Holzmotorträger (M4x30) kürzen, da sonst bei härteren Landungen (wenn der Akku nach vorne rutscht) ein Feuerwerk in Form eines kapitalen Kurzschlusses das Auge erfreut. Hinweis: bitte achtet darauf, vor dem Anschrauben des Motorträgers die Löcher für den Lagerbock des Fahrwerks freizulegen. Die sind wegen des Herstellerseitig aufgebrachten Epoxys am Kopfspant abgedeckt. Ich habe es erst bei der Montage des Bugfahrwerks geschnallt. Jetzt kann man den Lagerbock für das Fahrwerk montieren.

Motor: Die Motormontage, den Regler anschließen und im Rumpfinneren befestigen ist Routine. Vorgeschlagen ist die Montage des Reglers mit Klettband an der Rumpfseitenwand. Ich habe den Regler in dieser Art montiert und den Sicherheitsschalter von Emcotec (gegen unerwünschte Blitze beim Anschluss des Akkus) unter die Akkuhalterung gelegt, so ist er beim Akkuwechsel nicht im Weg. Dazu habe ich den ersten Querspant des Zwischenbodens entfernt, den Schalter eingebaut und das ganze mit einem 1,5mm Sperrholz abgedeckt, auf dem dann der Akku befestigt wird. Die ganze Einheit ist mit 6 Schrauben am Zwischenboden befestigt.

Der Schalter von Emcotec (SPS) ersetzt den üblichen Aus- Ein-Schalter. Es ist ein Magnetschalter, der erst nach Abziehen den Antrieb und die Stromversorgung für den Empfänger scharf schaltet. So kann der Motor garantiert nicht anlaufen. Wenn im Betrieb der Magnetgeber der Antibiltz-Einheit z.B. durch Kabelbruch getrennt wird, bleibt die Anlage immer noch eingeschaltet, da er nur als „Schaltgeber“ ausgeführt ist. Dieser Sicherheitsschalter ist besonders ab 4S Lipo zu empfehlen, bevor die Kontakte durch die Spannung verkohlen. Da laufen einige Ampere beim Zusammenstecken über die Stecker. Auch Robbe hat sich Gedanken gemacht und für sparsame einen „Volksentblitzer“ in Form eines Widerstandes dem Roxxy-Regler 960-6 beigelegt. Beigelegt ist auch ein Merkblatt, dem man die Montage und Verwendung entnehmen kann. Da Robbe Herstellerseitig keine Kühlmöglichkeit vorgesehen hat, habe ich in die Motorhaube eine Öffnung für den Kühllufteintritt und im Rumpf nach der Fläche zwei Öffnungen eingebracht, um den Austritt der Luft zu ermöglichen. Den neuen Montagekästen liegt bereits ein Zusatzblatt mit Empfehlung zur Herstellung dieser Öffnungen bei, die nur bei Elektroantrieb erforderlich sind.

Der Schwerpunkt stellt sich automatisch mit Befestigung des empfohlenen Akkus (Lipo Roxxy-Power ZX 4S1P 4400mAh / 25C)) ein und liegt zw. 80-90mm hinter der Flügelvorderkante. Mit der verwendeten Ausrüstung liegt er nahe der hintersten Position.

Abschlussarbeiten: Schneiden Sie die Kabinenhaube genau an den angezeichneten Schnittstellen nach  und es passt. Ich habe die Haube nicht geklebt, sondern mit je 2 Mini-Schrauben links und rechts befestigt. Jetzt steht nur mehr die Einstellung der Ruderausschläge auf dem Programm. Auch diese sind in der Anleitung angegeben. Wiegen Sie das Modell auch um die Längsachse aus, es wird Ihnen mit geradem Flug danken.

Der Propellerschub wurde mit der Zugwaage ermittelt. Ca. 2,8kg mit dem verwendeten Prop bei einem Modellgewicht von 2.38kg werden auch den anspruchsvollsten genügen, oder?

Fliegen:  Mit dem Schwerpunkt  an der hinteren Lage fängt sich das Modell nicht mehr von selbst ab, dafür sind die Ruderreaktionen ausgezeichnet. Empfehlenswert ist etwas Expo auf Quer- und Höhenruder. Der Rest: wie in alten Zeiten. Durch die V-Form dreht der Maexi aus dem Messerflug zurück und muss ausgesteuert werden. Für das Seitenruder braucht man den maximalen Ausschlag. Im Rückenflug taucht er etwas nach unten weg und ist mit Tiefenruder zu halten. Die Steigleistung:mit der empfohlenen Motor- und Reglerkonfiguration  ist enorm. Der Motor zieht das Modell senkrecht ohne Probleme aufwärts. Auch die Landung läuft ohne Probleme. Fahrt herausziehen, auf dem Hauptfahrwerk aufsetzen und auf das Bugrad fallen lassen. Nach diesem Flug wurde der Seitenzug des Motors nach rechts mit einer 1,2mm Beilagscheibe unter dem Motorträgerkreuz erhöht, da das Modell im senkrechten Steigflug etwas nach links zog.

Für wen ist das Modell geeignet: Nostalgiker, fleißigen Kunstflug-Trainieren, Genußflieger, Baufaulen (dazu gehöre ich in letzter Zeit auch), fortgeschrittenen Modellpiloten. Der Bausatz ist erste Sahne. Bei meinem Exemplar war kein Nachbügeln erforderlich. Alle für den Bau benötigten Kleinteile – außer Klebstoff – liegen bei. Die Passgenauigkeit ist exzellent und die Bauanleitung mit ihren 12 Seiten und 112 Bildern ermöglicht es jedem, der einen Schraubenzieher von einem Hammer unterscheiden kann, das Modell korrekt zu erstellen. Baufehler sind (so gut wie) ausgeschlossen. Für mich war es eine Freude, ein Modell, dass ich vor Jahrzehnten gebaut und geflogen habe, wieder in Händen zu halten und in einem Drittel der Zeit von früher zusammenbauen zu können.

 Ich wünsche jedem, der sich für dieses Modell entscheidet, genauso viel Freude wie ich an diesem Modell habe und viele entspannende Flüge.

 

Technische Daten
Spannweite :  1460mm
Länge :  1330mm
Fluggewicht :  2230g
Tragflächenbelastung:  50.00 g/dm2
Gesamtflächeninhalt:  46.00 dm2
Motor :  Roxxy Bl Outrunner 4250/07
Regler :  Roxxy Bl Control 950-6
SPS - Safety Power-Switch 34V 60/120A :  Sicherheitsschalter mit Anti-Blitz-Funktion von Emcotec
Akku :  LiPo-Akku 4S1P 14,8V 4400mAh 30C
Servos :  3 x HiTec HS 645 BB MG
Empfänger :  Futaba  R-617 FS 2,4GHZ FASST
Distributor - Erzeuger :  Robbe
Der montierte
Motorträger
Kopfspant E-Motorträger E-Motorträger Flächenverbinder Elektronikbereich Akkufach
     
Kabinenhaube Magnetschalter Höhen- und Seitenleitwerk Spinnermontage, Ansicht von oben      

Einige Ansichten

 

                    
 

ERSTFLUG
am  12.02.2011

                    
                                                                                                

Flug
                  Landung
Walter Stroissnig hat mir Sein Flug-Video der Mäxi zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank! Link zum Video