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Zurück zur BilderauswahlLetzte Aktualisierung am 20.04.2015

Das Original

 

 

Geschichte:

 Bausatz:

Da könnte doch jemand sagen, das wird mir zu Bunt. Ganz so ist es nicht, aber ein Angebot zu einem günstigen Preis in der Klasse bis 3m ist es allemal. Sie suchen eine Schleppmaschine für kleinere Segler bis 4m? Die Ausgabe für den Motor sollte sich auch in Grenzen halten? Die Flugeigenschaften sollen (natürlich) sehr gut sein? Bauen ist auch nicht Ihr Ding, daher sollte das Modell bereits (fast) fertig sein? Dann greifen Sie zur Pilatus PC6 von VQ-Model im Vertrieb von Pichler/Lindinger.  Es gibt sie in drei ansprechenden Designs:  „"Big Fredi", ">"Patrouille Swiss" oder „"> "Big Tiger"“. Alle 3 haben eine Spannweite von 2720mm, einer Länge von 2000mm und ein vom Hersteller angegebenen Gewicht von 6900g. Als Motoren kommen Benziner bis 35ccm  zur Verwendung. Als „Ösi“ musste ich mich natürlich für den „Bunten Fredi“ entscheiden. Das Original ist eine Bundesheermaschine mit Sonderlackierung.

Zuerst hat der Postbote zu tun, um den riesigen Karton bei Ihnen abzuliefern. Eine erste Sichtung des Inhalts befriedigt das Auge des Betrachters, jedoch steckt der Teufel oft im Detail, aber dazu später. Die Folie ist bereits in der jeweiligen Designauswahl bedruckt. Es liegt eigentlich alles außer dem Motor und der RC-Anlage bei. Nettes Zubehör sind die Sitzbänke und Auftritte für die (imaginären) Fallschirmspringer, die Pilotensitze und die Antennenatrappen. Man kann also das Modell auf „Semi-Scale“ trimmen. Zwei große Schiebetüren geben Zugang zum Innenauisbau frei. Türen neben den Pilotensitzen ermöglichen den Einbau von Servos, die beiden Höhenruder- sowie das Seitenruderservo sitzen im hinteren Teil des Rumpfes, ebenfalls durch eine Türe zugänglich Alle Türen werden von starken Magneten zuverlässig gehalten, die großen Schiebetüren können zusätzlich mit Plastikschrauben gesichert werden

 Ich habe mit dem Einbau des Motors begonnen. Bei mir werkelt ein 35ccm Roto mit Topfdämpfer und einem 20x8 Prop als Antrieb. Der Motor ist sehr zuverlässig, springt willig an und hat genügend Leistung. Einzig der Topfdämpfer könnte etwas leiser sein. Der Motor ist hängend eingebaut und verschwindet fast komplett unter der Motorhaube.

 Auf den Einbau der Inneneinrichtung wurde verzichtet und in diese „Ladefläche“ die RC-Anlage (auf einem herausnehmbaren Brett) und der Tank gut zugänglich eingebaut.  Das Einkleben der Seitenruderdämpfungsfläche wird nach Entfernen der Folie und Ausrichtung mit Weißleim vorgenommen. Das Seitenruder ist mittels einer Achse, die bis unter den Rumpfboden reicht, mit der die Servoanlenkung und dem Heckrad verbunden. Hier würde ich zu einer Änderung der Anlenkung raten, da die Plastikhebel keine lange Lebensdauer haben. Ich habe dazu – nach dem ersten Versagen der Anlenkung – statt des Hebels einen Stellring, in den eine angespitzte Augenschraube eingeschraubt wird, verwendet. Durch die Anlenkung vom Servo mittels eines abgewinkelten Stahldrahtes kann sich die Augenschraube nicht von selbst lösen und sitzt fest. Die Montage der Ruderflächen mittels der Scharniere braucht nicht beschrieben zu werden. Das Höhenleitwerk wird einfach in der üblichen Methode am Rumpf befestigt. Die Schleppkupplung habe in direkt an der Steckung im Rumpfoberteil eingebaut und die Sektion mit einem 6mm Sperrholz verstärkt. Als Gimmick habe ich eine vorhandenes Stroboskopbeleuchtung am Seitenruder und der Rumpfunterseite angebracht, die mit der Stromversorgung der Zündung gekoppelt ist. Also: Zündung ein und Licht an. Untergebracht ist die Elektronik im hinteren Bereich bei den HR/SR Servos. Abschließend ist das Fahrwerk anzubringen. Die Montage ist gut vorbereitet und bereitet keine Probleme. Da es gefedert ist, wird es mit einer Vorspannung montiert.

Bei den Flächen zeigte sich ein Manko: das Steckungsrohr der rechte Fläche war weder parallel zur Flächenachse noch in der richtigen V-Form eingebaut. Warum ist ein Rätsel, da der Hersteller sicher mit Schablonen arbeitet. Das Ergebnis war ein Spalt von 4mm an der Endleiste zum Rumpf. Um die Fläche an den Rumpf anzupassen, wäre ein Pressdruck notwendig gewesen, der sicher irgendwann zum Bruch der Halterung geführt hätte. Nach Rücksprache mit der Fa. Lindinger karrte ich also Rumpf und Fläche nach Molln. Ein vorhandener zweiter Bausatz wurde geöffnet und die Passung der neuen Fläche überprüft. 2mm Spalt waren es trotzdem noch, aber die Passung konnte ohne viel Druck hergestellt werden. Herzlichen Dank noch einmal an Lindinger für den guten Service.

 Also nach Hause gedüst und hurtig weitergebaut. Der Einbau der Servos braucht nicht näher beschrieben zu werden. Bei den Flächenstreben habe ich eine andere Lösung als die vorgeschlagene gewählt. Statt mit Schrauben herumzufummeln, habe ich große Gabelköpfe mit Federverschluss und an Rumpf und Fläche ein Alu-Anschlussstück montiert. Damit sind die Streben in Null-Komma-Nichts montiert. Die Stromversorgung (2x 3200 2S Lipo für Empfänger und 1x 3200 2S Lipo für die Zündung)  wird am vom Hersteller vorgesehen Platz für den Tank in der Schnauze eingebaut, wo auch die Zündung Platz findet. Die Emcotec Magic und der Variometer sind im „Laderaum“ hinter dem Tank untergebracht. Platzprobleme? Keine!

 Fliegen:  Der Erstflug bereitete keine Schwierigkeiten, der SP stimmt. Bemerkung eines Kollegen: „willst Du fliegen oder stehenbleiben?“

 Plus: Viel Zubehör, erstklassige Flugeigenschaften, extremer Langsamflug, preiswert.

 Minus: Flächensteckung rechte Fläche, Folie zwar Abgas- aber nicht Benzinfest. Bereits ein Tropfen Benzin löst die Farbe auf. Auch aggressive Reinigungsmittel lösen die Farbe an.
Empfehlung: ein mildes Geschirrspülmittel

 Fazit: sehr empfehlenswert durch Preisgestaltung, Vorfertigung und Flugeigenschaften.

Nachtrag: Schwachstelle 1: das Heckfahrwerk. Das Original nach 3 Flügen nicht mehr zu gebrauchen. In Eigenregie wurde ein Scale-Heckfahrwerk gefertigt, das allen Ansprüchen gerecht wird.
Schwachstelle 2: das Fahrwerk. Einmal über ein Loch geholpert, und die Fahrwerksstrebe bricht durch die Rumpfwand. Hier habe ich die Seitenwände verstärkt und eine Querstrebe eingebaut, die alle Belastungen aufnimmt. An der vorherigen Beurteilung ändern diese Mängel nichts.


 


 

Technische Daten

       
Erzeuger Pichler / QM-Modell      
Vertrieb Modellbau Lindinger    
Spannweite 2720 mm    
Länge 2000 mm    
Fluggewicht lt. Hersteller 6900 g    

Tatsächliches Fluggewicht

7200 g Empfohlene Motoren 30 - 35ccm

Funktionen

 SR, HR, M, QR, LK, SK      

Bauweise

 Rumpf, Flächen und Leitwerke aus Holz      
       
Die Ausstattung:      
Motor   Roto 35ccm Benzin      
Schalldämpfer   Roto Spezial      
Propeller   20 x 8      
Servos   7x. Graupner DES707BB/MG, 1x Hitec 755MG, 1x Graupner C5077 (Drossel)      
Stromversorgung   2x Lipo 3300mAh für Empfänger, 1x 3300mAh für Zündung (Dualsky X.Power)      
Weiche   Emcotec DPSI Mini 5 Magic mit Magnetschalter      
Zündung   Elektronikschalter SM-Modellbau      
BEC für Zündung Dualsky 8A      
Schleppkupplung   Rumpfrücken mit 10mm Sperrholz verstärkt      
Blitzer   Seitenruder / Rumpfboden      
 

Klicken für größere Bilder

             

Rechte Fläche    Linke Fläche     V-Form     Benzin      HR-, SR-Servos + Elektr.  Zenralschalter  Emcotec

                        
Zündung + Akkus    Motor        Flash SR          Flash Rumpf       Fahrwerk          Einstellhilfen Motor  Schleppkupplung        
                         
      
Erstflug am 30. April 2011        

       
Ganz rechts: Verbandsflug anlässlich 50 Jahre UMFC Waidhofen/Thaya. Im Hintergrund das Modell von Führer Junior,
im Vordergrund mein "Bunter Fredi"


 

           
       

 

       
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