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Eine Sammlung wahrer Begebenheiten
aus über 40 Jahren Modellflug
1968 - 20??
Letzte Aktualisierung: 18.11.2013
 

Zeichenerklärung und Schnellnavigation für ungeduldige : das berühmte "Billasackerl"     

= nicht mehr verwertbare Reste des ehemals stolzen Flugmodells

= der Einäscherung als "noch Reparaturwürdig" entgangen

= Vorfälle mit leichten Blessuren am "Corpus Delicati" diverser Modellpiloten

Der Zeitpunkt der Vorfälle ist bunt durcheinander gewürfelt, es gibt also keinen chronologischen Aufbau. Danke an Reinhard, der mich unwissentlich zu dieser Seite inspiriert hat. Die Geschichte, die für diese Seite den Anstoß gab, steht natürlich an erster Stelle. Sollte jemand über diese Berichte Heiterkeit verspüren, so ist das beabsichtigt. Diese Dinge sind - so unglaublich es manchmal klingen mag - wirklich passiert. Leider kann ich nicht alle Vorfälle aufschreiben, aber einige sollen schon das Zwerchfell des geneigten Lesers reizen. Wenn mir wieder etwas einfällt, werde ich die Aufzeichnungen ergänzen.


Thema: Das war das erste mal

So Ende der 80er-Jahre: ich stehe am Osthang und fliege mit meiner Whisper so vor mich hin, ein Kollege ist "etwas" höher (4,40 Diskus, traumhaftes Modell). Kommt einer, packt aus und schaltet gleich zum Zusammenbau seinen Sender - natürlich ohne zu fragen - ein. Der Kollege mit dem Diskus bekommt ein Herzkammerflimmern, weil ihm der Flieger senkrecht abtaucht. Schreit wie wild: "Ausschalten!". Kommt der eben angekommene zu uns an die Hangkante vor und fragt den Kollegen: "ja, warum denn? Ich baue ja nur mein Modell zusammen!" (restlicher Disput zensuriert). Der Sturzflug ist natürlich nicht mehr aufzuhalten, das Modell schlägt mit "Full Speed" einen Meter unter uns in die Hangkante ein.
      Das war das erste mal, dass ich bemerkt habe, Talent zum Häschenhüpfen zu haben.

Die Sammlung für den unterstützungswürdigen Modellflieger ergab nach einiger Zeit und mühsamen Suchen: das größte Teil des (Holz-) Modells war ca. 10cm groß, der Rest eignete sich ausgezeichnet für Unterzündholz. Wir hatten geraume Zeit mit Sammeln zu tun.
      Das war das erste mal, dass ich sah, wie problemlos ein 4,40m-Modell in ein Billasackerl passt.

Leider bekam der Kollege durch den Schock über den Verlust seines Diskus eine Gleichgewichtsstörung und tappte dem Übeltäter mitten auf den Sender. Da die Sender - damals wie Heute - nicht auf Druck geprüft sind (1.92m / 100kg), verformte sich selbiger.
      Das war das erste mal, dass ich sah, wie ein Sender aussieht, wenn die Knüppel auf der Unterseite des Senders angebracht sind. Ergonomisch nicht sehr zu empfehlen! Der "Gleichgewichtsgestörte" Kollege musste vor noch größeren Schwankungen von 3 Mann beschützt und gestützt werden! Wer weiß, wo der noch hingetaumelt wäre ...

Es wäre gut, alle zu Fragen
und die Frequenz dann laut zu sagen!


Thema: Ist alles fest?

Ein Kollege ersucht mich, ihm ein Modell einzufliegen. Motortrainer, 1.50 Spwt., Seite/Höhe, ohne Querruder, 6,5ccm. Kein Problem, dachte ich. Alles eingestellt und fest? Na klar! Reichweitentest, Rudercheck und ab die Post.

In der zweiten Runde zeigte der Flieger leichte Auflösungserscheinungen: das Höhenleitwerk beschloss, nicht mehr dazuzugehören und verabschiedete sich vom Rest des Modells. Der Einschlag war nicht von schlechten Eltern.

Fliegst endlich G'rad mittels der Ruder
so sollt's nicht fort sein, dieses Luder!


Thema: Dein Motor, das unbekannte Wesen

Ich fliege mit einem "Second Hand" - Modell, 1.50m / 3.5ccm, Hochdecker. Das Modell geht ganz ordentlich, ich bin soweit zufrieden. Bei einem Überflug denke ich noch: das Modell wird aber schwer steuerbar? Motorleistung weg, ich höre nichts mehr, vorne hängt so ein dunkler Klumpen am Modell. Mit viel Mühe (und noch mehr Glück) bekomme ich das Modell auf den Boden.

Der Motor entsagte seinen Dienst, war samt dem Kopfspant nach vorne ausgebrochen und hing nur mehr an der Drosselanlenkung.

Der Motor sollte feste sein
sonst geht man dann mit Trümmern heim!


Thema: Luftschrauben und ihre Befestigung

Ein gemütlicher Flugtag mit meiner Klemm ist angesagt (3.70m / 50ccm King). Traumhaftes Wetter, fast kein Wind. Getankt, Reichweitentest und schon geht es los. Nach 10min heult auf einmal der Motor auf und ich sehe vorne etwas wegfliegen. Drosseln und eine Möglichkeit zur Notlandung zu suchen war eins. Ich bekomme die Maschine unbeschädigt herunter und schaue nach: 2 der 6 Schrauben (M5 Stahl) der Propellerbefestigung hatten sich gelockert und empfohlen, die anderen 4 waren glatt abgerissen. Fazit: Kontrolliere IMMER VOR DEM FLUG die Propellerbefestigung!

Zeigt der Propeller keine Regung
ist's aus mit schneller Fortbewegung ...


Thema: Ich lasse mir ein Modell bauen ...

Eine Sukhoj 26 (2.20m / 3W60, 9.6kg), mein Traumflieger. Keine Zeit zum bauen, daher rekrutiere ich einen Vereinskollegen, der sehr gut und leicht baut (Bilder davon gibt's bei den Oldies).

Erstflug: erste Runde, alles OK. Zweite Runde: das Modell beginnt zu dröhnen. Ich drossle und leite den Landeanflug ein. 4 Vereinsmitglieder sehen mit mir die Räder, die Tragflächen und das Leitwerk durch Vibrationen in 4-facher Stärke. Das Modell schmiert kurz vor dem Aufsetzen ab und wirft sich in die Wiese. Ergebnis: Fahrwerk weg, Motorhaube beschädigt. Grund: das Seitenruderservo war zwar in einem Kasten eingebaut, aber nur mit 4 Klebepunkten an den Kanten mit dem Rumpf verbunden. Nach der Lockerung hatte das riesige Seitenruder für die Vibrationen gesorgt. Schaden: nicht so arg, wird repariert.

Zweiter und gleichzeitig letzter Flug: Alles getestet und OK. Der Motor entwickelt einen Standschub von ca. 15kg (gemessen mit Federwaage). Zwei Runden lang geht alles gut. Dann kurve ich in etwa 3m Höhe vom Queranflug mit Vollgas in die Gerade. Plötzlich ein Knall und beide Querruder fliegen weg. Da war nicht nur ich Baff! Das ganze in Messerfluglage und 3m Höhe führte umgehend zu einem exzellenten Einschlag im nächsten Feld. Ursache: die Scharniere der Ruder waren mit sparsamen Klebereinsatz eingeklebt und nicht einmal verstiftet worden. So endete mein Traum von der Traummaschine.

Man fliegt sehr schnell 'ne steile Wende
Wenn's kracht, dann ist ein Traum zu Ende!


Thema: Motoreneinstellung (1)

Ich fliege beschwingt mit meiner alten Fokker, nur der Motor (OS Gemini 160) will plötzlich bei Standgas nicht so recht. Also lande ich, rolle zum Werkzeugkasten und hole den langen Schraubenzieher heraus. Motor abstellen? Aber nein, MIR passiert doch nichts! Während ich also mit dem Schraubenzieher an der Luftgemisch-Schraube herumfummle, rutsche ich ab. Meine späte Erkenntnis: eine Holzluftschraube mit 900 U/min kann ganz schön beißen. Die Stiche der Naht machten besonders viel Spaß!

Normalerweise näht mein Schneider
doch diesmal ging es nicht mehr - leider!


Thema: Bauerfahrung

Einer meiner Flugschüler, bereits bei der Motorschulung, bekommt von seinem Papa (in einem Anfall von Sinnesverwirrung trotz meiner ständigen Hinweise) ein Fertigmodell der Me 109 geschenkt. (1.50m / 10ccm / EzFwk). Beide bauen das Modell und kommen auf den Platz. Na ja, da MUSS ich wohl das Einfliegen übernehmen. Erstes Problem: beide wollen, bloß der Motor will nicht. Nach viel probieren Tankausbau: siehe da, die Schläuche sind vertauscht. Na, kein Problem, sofort behoben. Wieder eingebaut folgt ein Reichweitentest. MIST! Reichweite 15m! Da hilft nichts, es muss ein neuer Empfänger her. Vereinskollegen haben ja alles mit, also wird von Manfred ein Empfänger geliehen und eingebaut. Reichweite: OK. Ich mache noch einmal einen Rudercheck: das Höhenruderservo geht nur auf tief! Ha! Zum Glück haben wir noch ein Servo mit. Flugs ausgetauscht ist auch dieser Fehler behoben. Papas Gesichtfarbe hat mit zunehmender Häufung der Fehler die Farbe nach leicht rötlich gewechselt.

Abschließende Frage von mir:
Habt Ihr alles nach Plan montiert und ausgewogen? Antwort: Natürlich! Wofür hältst Du uns? Also, Arriba, Arriba, Anderle, Anderle!

Der Vogel rollt an, bricht wie das Original aus, ist aber leicht zu korrigieren. Ich hebe mit leichten Höhenruderausschlag ab und sofort bin ich einem Herzinfarkt sehr nahe: das Modell ist hoffnungslos Hecklastig. Ich schaue den Höhenruderknüppel scharf an und das Modell macht einen Looping! Der Versuch, das Fahrwerk einzufahren und damit Besserung zu haben, schlägt fehl. Also mit viel Krampf eine Platzrunde und zur Landung hereinkommen. Bis 1m über dem Boden geht alles gut, aber da erwischt mich eine Böe. Die 109 bleibt mit der linken Fläche im Gras hängen und macht flotten Ringelpietz. Beschädigung: nicht der Rede wert. Fläche am Randbogen eingedrückt, Rumpf leicht eingedrückt. Ich atme auf, da kommt Papa von hinten - schnaubend wie eine alte 52er-Lok - an mir vorbei. Geht zum Modell und tritt mit den Worten: "Du wirst mich nie wieder ärgern, Klump verflixtes" mitten auf den Rumpf, was die Servos mit empörten Brummen quittieren. Nach dem zweiten Tritt war allerdings der Akku so stark verhärmt, dass er vor Ärger zu rauchen begann. Nach einem kurzen Zisch fing das Modell, beleidigt durch die rüde Vorgehensweise seines Erbauers, Feuer und bestand an Ort und Stelle auf einer Krematierung.

Hier wär' Buddhistisch "Ommm" sehr gut
damit man dem Modell nichts tut!


Thema: Drehzahl ist alles

Vor langer Zeit: beim MFC Falke ist Flugtag angesagt, alle tun ihr bestes. Ich fliege zu diesem Zeitpunkt eine Wega von Robbe (1.10m mit GFK-Rumpf) mit einem getunten  10ccm Hirtenberger mit Resonanzrohr = ca. 14.300 U/min. Das Ding geht wie die Hölle, nur die Gleitflugeigenschaften ohne Motor sind 1 : Ziegelstein. Man will ja den Zuschauern etwas bieten, also fliege ich recht hoch hinauf und stelle die Maschine auf den Kopf. Vollgas und runter, damit die Leute sehen, was Geschwindigkeit bedeutet! Der Motor heult wie eine Staffel Kampfgelsen im Sturzflug und überschlägt sich geradezu im Geradeausflug. Plötzlich ein Knall und alle sehen staunend, wie die halbe Kurbelwelle mit dem Propeller nach vorne heraus fällt und mitten auf der Piste aufschlägt. Das Modell bäumt sich zu einem Turn auf und ich bekomme Muffensausen ob der vielen Zuschauer am Rande. Es gelingt mir aber, die Maschine ins angrenzende Feld zu setzen und so Schaden zu vermeiden. Hr. Billes (Motorenbauer bei Hirtenberger, jetzt Webra) war ganz erstaunt, als ich ihm die Teile des Motors vorlegte. Sein Kommentar: "Wohl zu viel Drehzahl?". Ha, Ha! Sehr witzig!

Man braucht die Welle doch zum Fliegen
doch ohne wirst kein Tempo kriegen.
Die Drehzahl liegt einem am Herzen
nur bei den Kosten gibt's dann Schmerzen!


Thema: Augen auf beim Modelltransport (1)

Wir hatten beim MFC Falke einen Modellpiloten, der sich auf die Me 109 spezialisiert hatte. Modell selbst Entworfen, Konstruiert und gebaut. So 2,0m Spwt, 10ccm. Damals in hochmoderner Form mit Polyesterrumpf und überzogenen Flächen. Sein Problem waren nur die Landungen. Da haperte es ein bisschen. Hin und wieder hatte er seinen Sohn mit, damals so um die 8 Jahre alt. Wie mancher Kenner von Strasshof weiß, sieht das ganze Gelände mit unterirdischen Bunkern, eben solchen Treibstofflagern und Zugangslöchern stellenweise wie ein Schweizer Käse aus. Auch am Rande der Piste waren solche Zugangslöcher, die meisten jedoch nicht sehr tief und nicht abgedeckt. Der Kollege fliegt also und macht prompt eine Landung in der Wiese neben der Piste, etwa 100m von unserem Standort entfernt. Sein Sohn rennt los, das Modell zu holen. Weil Flugpause war, sehen alle 5 anwesenden dem Jungen bei der Modellbergung zu. Er nimmt das Modell und bewegt sich in Richtung zu uns. Als er ca. 60 Meter geschafft hat, ist der Junge plötzlich weg. Wir reiben uns die Augen: zu sehen war nur mehr das Leitwerk und ein Stück vom Rumpf, den der Bub krampfhaft festhält. Die zwei Flächenhälften lagen links und rechts neben dem Loch, in dass er voll hineingetapst war. Der Vater kriegt einen Schreikrampf, der Sohn zischt wie eine Rakete aus dem Loch (natürlich ohne dem Rumpf, der blieb drinnen) und sprintet wie Nurmi in Richtung Waldrand. Etwa eine Stunde später sehen wir, wie er sich klammheimlich anschleicht und nachsieht, ob sich sein Vater schon abgeregt hat.

Wer schleicht so spät durch Nacht und Wind? Es ist des Vaters einzig' Kind.
Es kommt ganz leise und verstohlen, will Vater wirklich mich versohlen?


Thema: Propellerbehandlung (1)

Ein Modellflieger hat mit einer 2.20m Cap mit 60cm3 eine Wochentagslandung bis Freitag hingelegt. Die Bumser waren gewaltig. Sein Kommentar: "Hat's ja ausgehalten!". Beim nächsten Motorstart passierte es dann: der CFK-Propeller zerriss beim Vollgastest und das abgebrochene Stück traf einen 5 Meter entfernt stehenden Kollegen wie ein Messer. Die anschließende Fahrt ins Krankenhaus war nicht lustig, da ihm der Arm abgebunden werden musste. Trotz allem Glück gehabt!

Propeller sollt man sorgsam hegen
beschädigte zur Seite legen!


Thema: Aufmerksamkeit beim Hangflug

Mein Sohn und ich finden uns eines sonnigen Tages am Osthang (Stettner Kogel) ein, um etwas dem Hobby zu frönen. Unser Modell: eine Flamingo mit 2.70m von MPX, ein hervorragendes Modell. Pendelruder, Klappen, Querruder. Sohnemann hängt sich die Fernsteuerung um, ich darf das Modell werfen. Mein alter Freund Willi steht neben uns,  fliegt schon einige Zeit mit einem selbstgebauten Bomber (der von der Festigkeit her bei einem Absturz wohl eine Mülltonne ohne Beschädigung durchschlagen hätte) und hat mir dauernd etwas zu sagen. Plötzlich ein Knall: Sohnemann und Willi waren sich irgendwie in die Quere gekommen. Als Folge des Crash wurden bei der Flamingo beide Flächenhälften ca. 4cm auf beiden Seiten herausgezogen, so dass diese nur mehr am Flachstahl hingen. Fatalerweise waren die Landeklappen mit einem zentralen Servo im Rumpf angelenkt. Als Folge dieser Verschiebung kamen die Landeklappen voll heraus. Als ob das nicht genügt hätte, flatterte auch eine Seite des Höhenruders davon, die zweite Seite hing - aber gerade noch - an den zwei Rundstählen des Leitwerks. Was macht man in so einem Fall? Jawohl, richtig vermutet! Papa den Sender in die Hand drücken! Irgendwie (wie, weiß ich bis heute nicht) gelang es mir, das Modell ohne weitere Beschädigung zu landen. Willi flog natürlich mit seinem Panzerflugzeug weiter. Es war außer einem schwarzen Strich am Rumpf der Flamingo kein weiterer Schaden aufgetreten, auch das Leitwerk fand sich in einem Gebüsch wieder. Der Flugtag war jedoch, was Papas Laune betraf, gelaufen.

Man fliegt am Hang sehr lang und fein
im Wege soll Dir keiner sein!


Thema: Augen auf beim Modelltransport (2)

Ein Kollege bittet mich, ihm beim Tragen des Modells behilflich zu sein. Kein Problem, er wohnt in meiner Nähe. Also begleite ich ihn und bekomme die Startkiste, den Sender und 2 Spritkanister zum Transport, er nimmt Modellrumpf und Flügel, fein in Luftpolsterfolie eingehüllt (ich meine noch, wir mögen 2x gehen, was er strikt ablehnt). Wie man so ein Ding halt trägt, die Spitzen nach vorne. Das Problem stellt sich jetzt beim Aufsperren des Haustores (Gegensprechanlage). Flugs lehnt er die Flächen an die Türe. Er übersieht dabei, dass er sie auf die (falsche) Seite der Türe lehnt, diejenige Seite, die sich öffnet. In der Zwischenzeit kommt eine Dame aus dem Stiegenhaus und reißt von innen die Türe auf, ohne die Flächen zu bemerken. Natürlich fallen ihr diese prompt vor die Füße. Die Dame erschrickt, springt zurück und lässt die Türe los. Diese schließt sich zuverlässig dank des eingebauten Türschließers und zwickt die Endleiste einer Fläche ein. Der Kollege steht noch immer mit dem Rumpf unter dem Arm da, scheucht die Dame (höflich ;-)) bestimmt aus dem Eingang und bückt sich um die Flächen. Ein kräftiger Zug an denselben veranlasst die Endleiste, die ja eingeklemmt war, die gerade Form aufzugeben und geknickt auszusehen. Leichte Ungeduld macht sich bei ihm in Form von (nicht wiederzugebenden) Satzfragmenten bemerkbar. Endlich hat er die Flächen befreit und wieder unter dem Arm. Er dreht sich um und sagt, ich solle mit meiner Last vorgehen, er hält die Türe so lange. Ich quetsche mich also an ihm vorbei und bleibe vor dem Aufzug stehen. Als es hinter mir lauter wurde und ich Nachschau hielt, sah ich folgendes, geschildert im Telegrammstil:

.stop. Kollege ließ Türe los .stop. Türe schloss sich .stop. Leitwerk blieb hängen .stop. Türschließer war stärker .stop. Tür war zu .stop. Leitwerk war draußen .stop. Restrumpf war innen .stop.. Kollege war heiß .stop.

Gehst mit Modellen heimwärts Du
mach nicht zu schnell die Türe zu!


Thema: Anlenkungsprobleme

Ein Kollege fliegt bei der Österreichischen Meisterschaft für Semi-Scale mit einer DC3 von Andreas Gietz. 3.60m Spwt, 2x 20er Viertakter, so ca. 18kg. Die Maschine fliegt wie das Original, schön langsam in den Kurven, ein Traummodell. Vorher plaudern wir noch über Anlenkungen, da ich bemerke, dass er die Höhenruder - mit Seilen angelenkt - direkt mit Schlaufen und Klemmhülsen in den Servohebeln befestigt hat. Meiner Meinung nach ist hier eine Sollbruchstelle vorgegeben, da die Seile den Ruderhebel bei längerer Belastung durchschneiden können. Ich hätte die Anlenkung mit einer zwischengeschalteten Wippe und Gestänge ausgeführt, um die Servohebel außerdem vom Zug der Seile zu entlasten. Er meint, es könne nicht sein, dass das nicht hält. Also gut, ich gebe ob so viel Enthusiasmus  als alter Schwarzseher W.O. Start zum ersten Durchgang: Motoren starten, Taxiway und ab die Post. Nach der Platzrunde kommt er genau in Längsrichtung ca. 10m über der Piste zurück. Als er bei mir vorbeifliegt, sehe ich etwas am Heck des Modells aufblitzen und höre ein Geräusch, wie wenn eine Gitarrensaite reißt. Das Modell bricht nach links aus und nimmt die Nase nach unten. Ich höre "Stöööööhrung!" und 3 Sekunden später schlägt diese prachtvolle Maschine in das Feld neben der Piste ein. Die Motoren mussten wir mit einer Schaufel aus ca. 25cm Tiefe ausgraben, für die anderen Reste genügten 3 Billasackerl. Überlebt haben zwei Flächenstücke und das Rumpfende mit den Leitwerken. Absturzursache: die Servohebel von beiden Höhenruderservos waren abgebrochen. Seither halte ich mich mich guten Ratschlägen zurück. Es gelingt mir zwar nicht immer, aber die Einsicht - alle anderen wissen es besser - hat sich bei mir breit gemacht.

Lenkt jemand mal mit dünnen Seilen
so muss er an der Technik feilen!


Thema: Motoreneinstellung (2)

Ich bin wieder mal in Gnas/Dietersdorf auf Modellflug-Urlaub. Mit dabei meine Pitts mit 50er King (Fotos bei den Oldies). Der Motor muss noch fein eingestellt werden, weshalb ich meine Frau im Quartier allein lasse und auf den Platz fahre. Nach einigen Versuchen läuft der Motor super. Ich drossle auf Standgas und halte die Maschine an der oberen Fläche fest, mit der Hand weit genug vom Drehkreis des Dreiblatt-Propellers entfernt. Irgend ein Teufel reitet mich und ich will den Sender näher bei mir haben. Also bücke ich mich nach dem Sender und denke nur bis zur Nasenspitze und nicht weiter. Der Fuchs-Prop, sonst sehr folgsam, hackt mir in den Ellbogen. Zum Glück nicht in die Beuge, sondern außen am Knochen. Trotzdem spritzt das Blut und die Wunde geht sofort 2cm breit auf. Problem: ich bin allein am Platz. Also, selbst ist der Mann: der  nimmt ein Tuch und macht einen Druckverband; Motor abstellen, Modell und Equipment in den Hangar einräumen, absperren, ins Auto und zum Quartier fahren. Ich komme gar nicht dazu, mich selbst zu bemitleiden. Ha! Jetzt wird sich weisen, ob es gut war, eine Krankenschwester zu Heiraten. Sie sieht mich, schlägt die Hände zusammen, packt mich ins Auto und wir fahren nach Feldbach ins Spital. Der Sanitäter ist recht nett, schüttelt ob meiner Rechtfertigung den Kopf und vereist mir die Wunde. Die Ärztin kommt und näht mich bei angenehmer Konversation mit gekonnten 5 steirischen Kreuzstichen wieder zusammen.

Und die Moral von der Geschicht
Propellerkreise stört man nicht!


Thema: Vorflug-Rudercheck

Flugtag in Günselsdorf, ein Vereinskollege ist mit einer 2.40m Wigens mit 70ccm anwesend. Er wird aufgerufen, startet den Motor und rollt zum Start. Flach steigt das Modell weg und dreht ganz langsam eine Rolle nach links. Alles denkt, jetzt riskiert er aber! Weit gefehlt: er hatte nur vergessen, die Querruderservos mit dem Empfänger zu verbinden. Eine ziemlich unsanfte Bodenberührung auf dem Rücken war die Folge.

Auch hier wird von Moral gesprochen
nicht angesteckt ist's schnell gebrochen ...


Thema: Rückenflug

Ich fliege mit meinem Super Flyer wieder mal bei "etwas stärkeren" Wind, der es mir unmöglich macht, am Boden zu Rollen. In der Luft gibt's aber kein Problem (eines schon: den Piloten!). Nach 3x Programm wird mir fad und ich fliege 2 Runden Rückenflug. Natürlich jede Runde tiefer. Bei der dritten Runde komme ich so in 1m über der Platzgrenze herein. Da erwischt eine Böe das Modell und stellt es fast senkrecht auf. Trotz über 30 Jahren Flugerfahrung mache ich, was man in so einem Fall nicht tun sollte: ich ziehe! Einen Lidschlag später ist mein schönes Modell Kleinholz.                    

(R.Eder) (M.Stocker)
Auf dem Rücken musst Du drücken
oder Dich nach Trümmern bücken
Auf dem Rücken sollst Du drücken
tust Du zieh'n, is sie hin!

Thema: Styroporstechen

 Flugtag bei einem befreundeten Verein, Styrostechen ist angesagt. Ihr wisst ja, diese 1m langen Styroporstangen, die man mit dem Modell abbrechen soll. Ich fliege meinen "Do-It".

Erster Anflug:
mein Modell kommt, aber die Stangen weichen plötzlich aus.

Zweiter Anflug:
diese verflixten Stangen haben wirklich ein Eigenleben. So was von blitzschnellem Ortswechsel ...

Dritter Anflug: diesmal will ich es genau wissen. Ganz langsam komme ich in ca. 50cm Höhe herein, treffe eine Stange. Juhuuuu! Aber wieso bricht diese blöde Stange nicht ab? Und überhaupt, wieso fällt mein Modell herunter?

LÖSUNG: ich habe die Platzbegrenzungsstange, die gleich hinter der letzten Styrostange war, genau mit dem Spinner getroffen. Diese Stange war aber leider aus Eisen! Das Publikum lacht, alles applaudiert. Na gut, wenn's den Leuten gefällt, soll's mir recht sein!

Ich sprinte über den Platz, bekomme im Laufen einen Rüffel vom Platzsprecher und hole das Modell zurück. Den Propeller ausgetauscht (eine andere Beschädigung habe ich in der Eile nicht gesehen) und sofort wieder starten, natürlich mit einer gerissenen Rolle sofort nach dem Start. Applaus allenthalben für den unermüdlichen Einsatz. Ich erwische noch 2 Styrostangen, bevor sie Weglaufen können. Zuhause angekommen, wird alles kontrolliert. Mir gehen die Augen über: das linke Querruder lässt sich aus den Scharnieren ziehen, das Höhenruder hängt nur mehr an zwei Scharnieren.

Willst harte Stangen nicht berühren
musst das Modell präzise führen!
Bleiben die Ruder dann am Stück
so hattest Du noch sehr viel Glück!


Thema: Propellerbehandlung (2)

Ein zwangloser Flugtag, unter anderem das Modell einer Extra, 3m Spwt /150ccm. Fliegt traumhaft, mit Rauch und exzellenten Piloten. Im Flug hören wir einen Knall, das Modell bleibt aber voll steuerbar. Der Pilot leitet sofort eine Sicherheitslandung ein, alles wird überprüft. Sogar der Spinner wird abgeschraubt und die Propellerschrauben werden auf festen Sitz kontrolliert - kein Fehler zu finden. Also noch mal Motor starten. Beim nächsten Gasschub - alle befinden sich glücklicherweise HINTER dem Modell - ein lauter Knall und der Dreiblattpropeller fliegt in einer eleganten Korkenzieherbewegung blitzschnell nach vorne weg, so wie sich ein Spiralbohrer ins Holz bohrt.

Es ist sehr gut, wenn Proppi hält
und nicht nach vorn herunterfällt ...


Thema: Rudercheck vor dem Start

Wir fliegen wieder mal am Osthang, kommt ein allseits bekannter Kollege, fragt nach den Frequenzen, packt aus, stellt zusammen, kommt an die Hangkante und schmeißt sein Modell in den Aufwind. Abrupt nimmt das Modell die Nase nach unten und kracht in den Boden. Er meint, vielleicht eine Störung durch den Nebenkanal. Da wir ihn kennen, landen alle. In der Zwischenzeit packt er das nächste Modell aus (er hatte immer so 3, 4 Modelle mit). Prozedur wie vor: er wirft das Modell, es macht eine halbe Rolle und geht sofort steil nach unten, das Modell ist Kleinholz. Er beklagt sich bitter über seinen Sender und nimmt das dritte Modell. Ein beherzter Wurf, gefolgt von einem kurzen Sturzflug. Diesmal auf Grund wenig Höhe kein Totalschaden. Hilfreiche Hände bringen sein Modell zu ihm. 3 Mann sehen, wie er die Ruder probiert und alle 3 reiben sich die Augen: das Höhenruder läuft verkehrt! Kleine Ursache, große Wirkung: nach dem Start tauchte das Modell nach unten weg. Höhe wäre in dem Fall nicht schlecht, also ziehen: ab da ging es dann wirklich bergab! Hätte er bei seiner Ruderkontrolle besser hingesehen, so wäre der Fehler (nur Umpolen am Sender nötig) vor der Kleinholzorgie entdeckt worden. Wir  mussten uns das Lachen verkneifen. Für ihn allerdings war es sicher nicht zum Lachen! Er war schockiert, packte Sender und Trümmer ein und weg war er.

Passt Du nicht auf beim Rudercheck,
wirf besser Dein Modell nicht weg!


Eine "Geschichte zum Schmunzeln" von Ruedi Gahler aus der Schweiz:

Thema: "Verkehrsunfall"

Den ganzen Nachmittag war mein Clubkollege mit seiner F3 A Maschine geflogen. Am Abend baute er sie für den Heimtransport auseinander. Er stellte das wertvolle Modell auf die Wiese neben der Strasse, und wir schwatzen noch ein wenig. Andre, ein anderer Clubkollege, hat ja schließlich ein BMW X 5. Für diesen Geländewagen braucht man ja keine Strasse!! Was dann kam, kannst Du Dir ja denken. Die F3 A Maschine war nicht abgestürzt, sondern überfahren worden.

Wenn du beim Autofahren nicht schaust,
gehen die Flieger drauf!!!

Liebe Grüsse aus der Schweiz, Ruedi


Mein Kommentar dazu:
Wenn ein Auto drüberfährt
ist die EWD gestört


Thema: Ladetätigkeit

Wir haben einen schönen Flugtag, wundervolles Wetter, Sonne im Überfluss, mit einem Wort: ein Modellfliegertraum. So 6 Kollegen waren da, unter anderem hatte einer eine Cap mit 2,20m Spwt. Alle putzen, zerlegen und verstauen. Auch er lädt nach der Reinigung das Modell in seinen Kombi, legt den Rumpf und die Flächen nur halbherzig hinein und lässt die Heckklappe offen. Wir plauschen noch etwas bei einer "kühlen Blonden" und machen uns dann auf den Heimweg. Er grüßt alle mit dem bekannten Fliegergruß - die rechte Hand in die Höhe und sagt "Bis zum nächsten mal". Mit der linken Hand schmeißt er, ohne hinzusehen, die Heckklappe des Kombi zu. Leider waren dann der Rumpf und die Flächen nur mehr halb so groß, da beide Gerätschaften noch zum Gutteil in der "Fall-Linie" der Heckklappe waren.

Willst die Laune Du dir würzen
kannst das Modell per Autoklappe kürzen!


Thema: Senderbehandlung

Es ist 18:00 Uhr, ein Kollege packt bereits zusammen und will nach Hause. Gewissenhaft packt er sein Modell ein, sichert alles gegen Verrutschen, winkt uns zu und fährt aus der Parklücke. Dazu muss er einen kleinen Bogen machen, da wir schräg parken. Plötzlich hören wir einen Krach und sehen nach seinem Wegfahren etwas schwarzes am Boden. Wir glauben, er hat ein Teil seines Autos verloren, doch bei Überprüfung des Teiles stellt es sich als sein Sender heraus. Alle schreien, er bleibt stehen. Einer geht mit dem Sender zu ihm und macht ihn auf das Missgeschick aufmerksam. Er meint launig, so ein flacher Sender kann nicht ihm gehören, er hätte seinen im Auto. Als er realisierte, dass es SEIN Sender war, den er im Schatten unter seinem Auto vergessen hatte, musste er gelabt werden ...

Ist der Sender flach wie'n Teller
war das Auto sicher schneller!


Thema: Aufmerksamkeit

Zwei Kollegen fliegen am Platz mit Boom's (Schaumwaffeln). Plötzlich raschelt es hinter dem einen. Er dreht sich um und der Kollege meldet, dass er soeben seinen Boom in das Feld "geerdet" hat. Plötzlich raschelt es noch einmal. Das war der zweite Boom, dem nicht genügend Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Auch dieser hat sich aus purer Solidarität ebenfalls im Feld niedergelassen. Trotzdem ist nur geringer Schaden entstanden. Glück gehabt ...

Pass auf - sonst liegt's in bälde
mit dem Modell im grünen Felde!


Thema: Aufmerksamkeit (Ausnahmsweise mit Bildern)

Ich möchte meinen Sperber Junior (5,20m) einfliegen. Zu diesem Zweck wird ein Vereinskollege mit seiner Morane rekrutiert, der mich hoch schleppen soll. Man findet sich am Platz ein, fachsimpelt noch ein wenig, dann wird es ernst: Schleppseil ausgelegt, eingeklinkt und wir sind soweit. Der Schleppzug steigt brav in die Höhe, mein Segler benimmt sich artig. Auf Höhe angekommen, klinke ich aus und bin sofort einem Herzinfarkt nahe. Das Modell ist derart Hecklastig, dass es fast nicht (Unterschneiden oder Strömungsabriss) zu beherrschen ist. Ich quäle mich ab, das Modell halbwegs in Landeposition zu bringen, da schreit alles. Ich blicke auf und sehe die Schleppmaschine mit einem angelegten Ohr (Fläche) heruntertrudeln. Ich springe zwei Schritte zurück und sofort danach schlägt der Schlepper ca. 3m vor mir mit Vollgas ein (das Resultat sehen Sie hier). Mit sprunghaft angestiegenem Blutdruck, Herzrasen, mit viel Mühe und vollen Hosen gelingt es mir, das Modell zu Landen. Durch den Bums bei der Landung werden alle vier Querruderservo (2 auf jedem Ruder) ihrer Zähne beraubt. Sonst ist nichts passiert. Ich atme auf, mein Kollege sammelt Trümmer..

Was war passiert? Er hatte nach dem Ausklinken das Modell - wie üblich - in einen steilen Sinkflug gebracht. Als er meinen Verzweiflungsschrei hört, vergisst er kurzzeitig auf sein Modell und schaut meinen verzweifelten Bemühungen zu. In der Zwischenzeit ist die Morane schon ziemlich Tief. Vollgas geben und am Höhenruder gezogen ist eins. Die G-Kräfte sind zuviel des Guten. Die Linke Fläche wird ein Stück aus der Führung gezogen und schon ist es passiert: die Steckung knickt und das Modell winkt als Protest dem Piloten mit der linken Fläche zu und teufelt in der Figur "stehende 9" zu Boden. Der Einschlag war nicht von schlechten Eltern.

                


Fliegst zu zweit Du macht es Sinn,
auf Dein Modell zu schau'n - sonst ist es hin!


Martin Piehslinger sendet mir folgende Geschichte und kommentiert sie so:

Selbst noch Anfänger, schreibe ich Anfängertipps auf meiner Homepage. Was ich gelernt habe will ich gleich weitergeben. Hier ist meine Story, die glücklicherweise kein Billa-Sackerl benötigt:



Thema: Funktionstest

"Check vor jedem Start alle RC-Funktionen" schreibe ich.
   
Freitag Abend, ich bin gerade aus Wien gekommen. Der Wind hat sich gelegt, die Sonne wird nicht mehr lange am Himmel sein. Diesen Moment gilt es auszunützen, denn windstille Momente sind im Seewinkel selten. Ich komme auf den Flugplatz, der Fluglehrer fährt gerade heim. "Kommst du alleine zurecht?" fragt er mich. "Ja, Danke!"
 
Sender einschalten, Akku anschließen, Funktionstest. Schnell, es wird bald finster. Links-Rechts, OK, Rauf, Runter, OK (Querruder hat der Airfish nicht), Elektro-Motor OK. Ich werfe den Flieger in die Luft, er zieht gegen die untergehende Sonne davon, fast kitschig. Irgendwie ist die Reaktion auf das Seitenruder nicht berauschend. Er zieht nach rechts, ich korrigiere nach links, er fliegt noch mehr nach rechts. Was ist da los?
 
Ich Hornochse!!!!
 
Ich habe schon an meinem zweiten Modell gebaut, dem Easy-Glider. Und dazu das Seitenruder umgepolt. Bei meinem Sender noch mit DIP-Switch. Noch dazu bin ich danach am verpolten Seitenruder gescheitert, und zwar beim Simulator. Statt den DIP-Switch wieder zurück zu schalten, war ich besonders schlau und habe den Kanal im Simulator umgepolt!
 
Aber was mache ich jetzt? Lenken, denken, andersrum, denken, denken, wieder verkehrt, denken, denken.... Der Airfish lässt mir ja genug Zeit dazu. Ich fliege eine Runde. Ich habe mich daran gewöhnt dass links und rechts vertauscht sind, wenn das Modell auf mich zukommt. Jetzt muss ich mich daran gewöhnen dass rinks und lechts NICHT vertauscht sind. Zaun, Fahnenstange, Landung. Uff, geschafft!
 
Manche Fehler muss vermutlich jeder selbst einmal machen.
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Fazit: "Wer andere belehrt, macht's selber leicht verkehrt."
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Hier eine neue Geschichte von Martin Piehslinger

Thema: Zu dumm, zu dumm, verkehrt herum!

Ein Kollege hat einen neuen Fun-Jet. Das ist ein Jet-ähnliches Modell mit einem Druckpropeller. Es fliegt zwar, aber irgendwie fehlt der "pep". Das Jet-Feeling will nicht so recht aufkommen.

Landung und Akkutausch. "Du hast den Propeller verkehrt drauf". "Nein, das stimmt schon, der Motor dreht ja links herum". "Ich rede nicht von der Drehrichtung, ich rede von der Anströmrichtung". Der Diskussionsrunde schließen sich immer mehr Teilnehmer an, Spezialisten der Aerodynamik glänzen mit ihrem Wissen. Der weise Ratschluss: Der Propeller gehört andersrum drauf.

Ich bin nur auf Kurzbesuch auf dem Flugplatz, sehe nur beim Fliegen zu und gehe endlich wieder einmal laufen. Am Ende der Laufrunde schaue ich noch einmal am Flugplatz vorbei. "Hast schon den Funjet gesehen?" "Klar, ich war ja vorher schon da, wir haben doch gemeinsam den Propeller umgedreht". "Nein, ich meine wie er jetzt aussieht".

Ich muss sagen, es ist ein edles Designer-Sackerl, kein gewöhnliches Supermarkt-Sackerl, das er als Ruhestätte für sein Modell ausgesucht hat. Oder für das was davon übriggeblieben ist.

Die Aerodynamiker haben Recht gehabt, wenn man den Propeller richtig herum draufgibt, funktioniert er besser. Na ja, was heißt "richtig", was heißt "besser"? Sagen wir, er gibt mehr Leistung ab. Im subjektiven Erleben des Piloten war es vorher besser.

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Fazit: In der Frage "Was ist richtig?" ist objektive Wahrheit nichtig.

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Ein kurioses Erlebnis von Thomas Weber:

Thema: Verloren und wiedergefunden!

Ich betreibe Modellbau schon seit über 20 Jahren, fliegerisch bin ich jedoch erst seit ca. 2 Jahren aktiv. Über einen Kollegen habe ich günstig einen Easy Star bekommen, der jedoch schon bald auf Grund falscher Befeuerung mittels zu schweren Akku-Packs und Bürstenmotors sein Dasein quittierte. In der Zwischenzeit jedoch fliege ich schon ohne nennenswerte Beschädigungen und auch die Landungen sind nur mehr ein Frage der geduld und Ästhetik.

Vor einigen Wochen, noch im Februar wollte es das Wetter in Wien, dass ein strahlend blauer Sonntag mich dazu anspornte, den Easy-Star in sein Element zu befördern. Mein bevorzugtes Fluggebiet sind die Steinhofgründe am Wilhelminenberg. Das Wetter an diesen Tag war zwar kalt, aber Sicht bis zum Anschlag und sonnig.
Mittlerweile ausgestattet mit Brushless und Lipo suchte ich mir meinen Platz aus, bereitete Alles vor, checkte Sender und Ruder und montierte die Fly-Cam für den Flug.

Nach ca. 20 Minuten Motor- und Segelflug setzte ich zur Landung an. In der Nähe eines großen Holzgebäudes gab es plötzlich Turbulenzen, dass mir fast vor Schreck der Sender aus der Hand gefallen ist.

Gerade noch dem Herzinfarkt entronnen, der ES hatte sich in der Zwischenzeit noch mehr in eine Steilkurve verlagert, tat ich das, was man in solch einen Fall keineswegs tun sollte: Ich zog am Höhenruder. Aus der manntragenden Fliegerei weiß ich, dass dadurch die Kurven nur noch enger wurden….. Diese Erkenntnis kam jedoch zu spät und mein ES bohrte sich 50 Meter vor mir mit einem dumpfen „ Plopp" in die schneebedeckte Erde.

Resultat: Das Billa-Sackerl hätte genügt, um den Flugtag zu beenden.

Dem nicht genug: Als ich noch 50 Meter weiter weg stand, hatte den Absturz auch einer älteren Passanten mit Rucksack beobachtet und ging auf das Modell zu. Ich mich ebenfalls in Bewegung gesetzt, er das Modell schon in der Hand und beäugend, rief ihm zu, dass es meines wäre. Er scheinbar weniger beeindruckt, ( zur Erklärung muss man auch dazu sagen, dass dieses Gebiet auch zur angrenzenden Psychiatrischen Abteilung des örtlichen Krankenhauses gehört..), wollte sich schon mit seiner " Beute" in Bewegung setzen und ich ihn gestellt!

„Den hob i grod g’funden". Ich mir gedacht: „Oh je, wieder so ein Genie". „Ja, Ja guter Mann, das ist mein Modell" und bewegte die Knüppel, worauf sich, oh Wunder, noch immer die Ruder bewegten und der Motor aufheulte……!

„Na, na, nix do! Den hob i jetzt g’funden!" Ich darauf schon ein wenig auf 180, das Messer in der Hose geöffnet, riss den vermeidlichen „Finder" mein Eigentum aus der Hand, drehte mich um und ging.

Was sollte ich tun. Handgreiflich werden vor aller Leute? Kommt nicht gut und erzeugt nur Abneigung! Es gibt leider genug Spinner, die glauben, Alles, was am Boden liegt gehört ihnen. Er darauf nichts Anderes zu tun als sein Handy zu zücken und mit: "I ruf jetzt die Polizei" darauf herumzutippen.

„Das ist fein", erwiderte ich. „Finden’s ned in die Zelle zurück?" Bin dann gegangen und hab den Kerl links liegen gelassen. Rund herum ebenfalls Leute auf der Bank, die dem Treiben um die Überreste eines Waffelfliegers zusahen und sich köstlich amüsierten…."

Fazit: Immer einen Platz suchen, wo gegebenenfalls nicht so schnell jemand plötzlich aus dem „Unterholz" auftauchen kann…..
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Bemerkung:
Kommt einer, schwach im Geiste, nimmt vom Boden auf das meiste
besteht auch noch auf seinem Fund ganz ohne Grund
steht nur Ärger in das Haus mit dieser frechen Laus!

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