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Manfreds Modellflug-Freakshow

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Für alle anderen, die Weiterlesen wollen, gibt es auf dieser Seite viele Hinweise zum Beginn des Modellflugs. Tipps, die Ihnen sicher helfen können, erfolgreich einzusteigen. Diese Aufzählungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit! Sie sollen nur einen Überblick verschaffen, welche Möglichkeiten dem Beginner in der RadioControl -Klasse zur Verfügung stehen. Auch ist diese Seite für Leute gedacht, die erst mit dem Modellflug beginnen wollen und nicht bereits den ersten "Alleinflug" absolviert haben.
(Das Kleingedruckte: Eine gewisse Gruppe von "Fortgeschrittenen Anfängern" braucht hier nicht weiter zu lesen, denn sie haben ja den Modellflug erfunden und wissen bereits alles.)
Themenübersicht
Womit beginnen? Grundsätzliches
Modellauswahl Welche Fernsteuerung?
Modellwahl: ein Segelflugmodell? Was kann ein Segelmodell?
Modellwahl: ein Motormodell? Startarten eines Seglers
Was kann ein Motormodell? Eine Frage à la Hamlet: Ist Modellflug gefährlich?
Schadensabsicherung (Versicherung) Flugtipps für Anfänger

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Womit beginne ich meine Karriere?

Hier gibt es viele Meinungen, daher mein Erklärungsversuch eines Begriffs, der in Modellflugkreisen überall herumgeistert: "Eigenstabilität". Unter dieser Bezeichnung versteht man die Eigenschaft des Modells, sich aus einer kritischen Fluglage selbst in eine stabile Flugbahn zu bringen. Voraussetzung dafür ist, alle Knüppel loszulassen und dem Modell - unbeeinflusst vom Piloten - Gelegenheit zu geben, seine Flugbahn zu stabilisieren. Je weniger Eigenstabil ein Modell ist, desto häufiger müssen Ruderkommandos zur Erzielung einer ruhigen Flugbahn und der gewünschten Richtung gegeben werden.

Also ist die Eigenschaft "Eigenstabil" für den Einsteiger in den Modellflug wünschenswert und ein Modell zu kaufen, welches vielleicht nicht so besonders gefällt, dafür aber dem Einsteiger durch seine gutmütigen Flugeigenschaften hilft.

Zu diesem Thema gibt es einige kontroverse Ansichten:

1) Eigenstabilität: es wird von manchen behauptet, die "Eigenstabilität" wäre ein Relikt aus alter Zeit, weil es a) keine Steuerfehler am Modell anzeigt und b) der Anfänger so nichts lernen könne, wenn diese nicht angezeigt werden. Das stimmt so nicht ganz! Auch ein eigenstabiles Modell zeigt die Steuerfehler (warum machen denn so viele Anfänger mit ihren Modellen Bruch?).  Nur kann dieser Fehler mit Hilfe des Modells leichter korrigiert werden. Wer anderes behauptet, sollte sich etwas mit Aero- und Flugdynamik beschäftigen. Sie ist aber auch nicht ein Allheilmittel, das alle Brüche vermeidet, sondern nur ein Hilfsmittel. Warum lernt ein Pilot auf einer Piper oder Cessna und nicht gleich auf einer Extra oder Pitts Spezial das Fliegen? Diese Frage wäre dann zu beantworten. Es wird auch gesagt, diese Eigenschaft wäre nur ein "Werbeslogan" der Modellbauindustrie. Das ist teilweise richtig, wobei man wieder unterscheiden muss zwischen Irreführung seitens der Industrie (kommt leider sehr oft vor) und wahren Behauptungen.

Eine elefantöse Wortschöpfung:
2) Unkaputtbar:
von manchen wird behauptet, es gäbe "unkaputtbare" Modelle. Es gibt unbestritten Modelle, denen ein "Radschlagen", eine "Baumberührung" oder ähnliches weniger bis gar nichts ausmachen (Beispiel? AirCore- Modelle, EPP-Modelle), aber ein "unkaputtbares" Modell ist ein Wunschtraum. "Fast unzerstörbar" kann man noch akzeptieren. In meinem Klub fliegen 3 Modelle von AirCore. Wie die Praxis aber gezeigt hat, sind auch diese Modelle nicht vor Beschädigungen gefeit. Es ist richtig, dass die Schäden nicht so gravierend und leichter behebbar als bei Holzmodellen sind, wobei hauptsächlich Leinenband und Superkleber zur Verwendung kommt. Zur Veranschaulichung: bei diesen Modellen kann man auf die Flächen treten, ohne eine Beschädigung zu verursachen. Bei Holzflächen wäre das nicht ratsam.

Frage an Radio Eriwan: In wie viele Teile zerfällt ein Modell?
Antwort: Kommt darauf an, wie man es landet!

3) Direkte Umsetzung der Steuerbefehle: Ein  Anfänger ist in der Regel noch nicht so sicher, um präzise die Steuerbefehle zu geben, die ein Modell z.B. beim direkten Anflug auf ihn erfordert. Hier ist ein Modell nötig, dass dem Anfänger Zeit gibt, zu reagieren. Wenn die Ruder dem Knüppel exakt folgen und das Modell in einer Steilkurve liegt, ist eine Korrektur durch einen Anfänger doch etwas unwahrscheinlich, weil die Reaktion des Modells auf die Steuerbefehle in dieser Situation doch zu heftig sein wird.

4) Lehrer / Schüler-Verbindung: die Lehrer / Schüler - Verbindung wird als ebenfalls veraltet oder verzichtbar bezeichnet. Der Anfänger, der auf eine solche Möglichkeit (wenn verfügbar) verzichtet, wird ziemlich viel Lehrgeld zahlen müssen. Welchen Sinn sollte sonst diese Möglichkeit der Anfängerunterstützung haben? Dass der Pilot am Lehrersender Starten und Landen darf um "Gehzeiten" zur "Außenlande-" oder "Bruchsammelstelle" zu vermeiden??


Grundsätzlich gilt:

Segler  geben durch geringe Grundgeschwindigkeit Zeit zum Reagieren und können in kritischen Situationen Fehler des Piloten durch Eigenstabilität selbst korrigieren (wenn man die Finger von den Steuerhebeln nimmt).

Motormodelle  sind von der Konzeption her schneller, bis auf wenige Ausnahmen nicht sehr Eigenstabil und benötigen mehr Zubehör.

Segler haben einen weiteren Vorteil: durch das geringere Gewicht und die relativ langsame Grundgeschwindigkeit sind die Schäden bei einer ungewollten Bodenberührung geringer als bei einem Motormodell, dass vielleicht mit Vollgas nach Erdöl bohren will, weil der Anfänger nicht mehr weiß, was er tun muß.

Eine weitere Weisheit, die nicht unbedingt von jedem geteilt werden muß:
je mehr Steuerfunktionen ein Modell hat, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Anfänger überfordert wird. Seitenruder, Höhenruder, Querruder, Landeklappen, Einziehfahrwerk, Schleppkupplung, Motordrossel ... da kriegt man schon leicht die Finger durcheinander. Hier bewährt sich wieder die Möglichkeit der Lehrer / Schüler-Verbindung (Sender zu Sender), bei der nach Möglichkeit ein erfahrener Modellflieger am anderen Sender stehen sollte. Diese Möglichkeit bekommt man meistens nur in einem Club geboten. Da geht das Lernen ohne Trümmer und Frust.

Was kann ich mit einem Segelflugmodell machen?
Thermikflug
Für Anfänger geeignet 

Das Modell gewinnt mit Hilfe aufsteigender Luft (genannt "Bart" oder "Blase") an Höhe. Benötigt eine gewisse Ausgangshöhe mittels der unten  beschriebenen Startarten, um "Anschluss" an einen "Bart" zu finden (spezielle Modelle für Thermikflug bringen höhere Leistung).


Hangflug
Für Anfänger geeignet, professionelle Hilfe
in Bezug auf Landung zu empfehlen 

Das Modell wird von einem Berg (Hang) per Handstart in den Aufwind gestartet. Bei vorhandenem Aufwind ist die Flugzeit nur durch die Batteriekapazität und die Standhaftigkeit des Piloten begrenzt. Wird häufig als Gelegenheit zum "Tempobolzen"  benutzt. Kann mit fast allen Modellen betrieben werden (spezielle Modelle nur für Hangflug bringen mehr Leistung).


Kunstflug
Nicht für Anfänger geeignet 

Eigens konzipierte, sehr wendige und dem Verwendungszweck angepasste Modelle mit hoher Festigkeit.


Geschwindigkeitsflug
Nicht für Anfänger geeignet 

Spezielle Modelle, ausgelegt für hohe und höchste Geschwindigkeiten. Meist aus GFK und entsprechendem Anschaffungspreis.
Internationaler Rekord für Segelflugmodelle: 390,92 km/h (!) geflogen von W. Sitar, Österreich
Als Vergleich: der Internationale Rekord für Motormodelle liegt derzeit bei "nur" 343,92 km/h (Vladimir Goukounie / Valeri Myakinie, Russland)

Startarten von Segelflugmodellen:
Handstart (Normalmodell)
Erreichbare Ausgangshöhe: 3m-5m
Für Anfänger geeignet 

Das Modell wird aus der Hand geworfen. Kommt  in der Regel zur Einflugkontrolle oder am Hang zur Anwendung. Das funktioniert nicht nur mit kleinen, sondern auch mit großen Modellen.


HLG
Erreichbare Ausgangshöhe (nach Wurf): <> 10m
Für Anfänger geeignet 
Hand Launch Glider. Modelle, die aus der Hand in die Thermik gestartet werden. Eine interessante Sparte. Modelle von 80 - 120cm Spannweite, preislich auch für Jugendliche erschwinglich.

Schleuderstart (Spezialmodell)
Erreichbare Ausgangshöhe (nach Wurf): <> 20m
Für Anfänger nicht geeignet 

Das Modell wird am Ende des Tragflügels gehalten und mit einer oder mehr Drehungen des startenden in die Luft geschleudert. Ist nur bei speziell dafür vorgesehenen Modellen anzuwenden. Eine Version des HLG.

Start mittels Hilfsmotor
Verbrenner (Ebene, am Hang verboten)
Erreichbare Höhe: Gesetzlich vorgeschrieben
Für Anfänger geeignet 
Am Modell wird ein Motoraufsatz für einen Verbrennungsmotor angebracht. In der Regel ohne Drosselmöglichkeit. D.h., der Motor läuft, bis der Sprit verbraucht ist.

Elektrisch (Ebene, Hang)
Erreichbare Höhe: Gesetzlich vorgeschrieben
Für Anfänger geeignet 
Ein mit einem Elektromotor und entsprechenden Batterien ausgerüstetes Modell. Motor kann mittels Fernsteuerung Aus- und wieder  Eingeschaltet bzw. in seiner Drehzahl gesteuert werden.
HOCHSTART
Seilstart (Ebene)
Erreichbare Ausgangshöhe (nach Seil): <> 150m
Für Anfänger unter Anleitung geeignet 

Hier wird ein Seil (fertig konfektioniert zu kaufen) verwendet, mittels dem das Modell per Muskelkraft auf Höhe gebracht wird.


Gummiseilstart (Ebene, Hang)
Erreichbare Ausgangshöhe (nach Seil): <> 150m
Für Anfänger unter Anleitung geeignet 

Ein Seil, kombiniert mit einem sogenannten "Hochstartgummi" (ab 50m/15m je nach Modellgröße und Gewicht) wird gespannt und das Modell mittels der Zugkraft des Gummis auf Höhe gebracht.


Windenstart  (Ebene)
Erreichbare Ausgangshöhe (nach Seil):<> 200m
Nicht für Anfänger geeignet

Mittels einer Elektrowinde wird das Modell am Seil nach oben gezogen.

Seglerschlepp
Huckepack
Erreichbare Höhe: Gesetzlich vorgeschrieben
Für Anfänger geeignet 

Der Segler wird von einem Motormodell mit einem "Huckepackaufsatz" auf Höhe gebracht und dort ausgeklinkt.


Schleppzug
Erreichbare Höhe: Gesetzlich vorgeschrieben
Nicht für Anfänger geeignet 

Der Segler wird mit einem Seil an eine Motormaschine angekoppelt und wie bei den großen Vorbildern auf Höhe gebracht.


Hubschrauberschlepp
Erreichbare Höhe: Gesetzlich vorgeschrieben
Für Anfänger geeignet 

Der Segler wird mit einer Haltevorrichtung an einem Hubschrauber befestigt, auf Höhe gebracht und dort zum selbstständigen Flug freigegeben.


Welche Kategorien von Motormodellen gibt es?
Slow-Flyer
Anfänger, Fortgeschrittene 
Modelle mit Spannweiten von 60cm - 1.20m, mit Elektromotoren. Extrem leicht, Standard ca. 300g Flugfertig (!),  werden sie meistens für Indoor (Halle) verwendet, bei leichtem Wind auch im Freien. Leicht zu Fliegen, unkritisch.

Park-Flyer
Anfänger, Fortgeschrittene 
Im Prinzip wie oben, Verwendung auch im Freien, für Wasserflug, Ski oder als Kameraträger. Modelle mit Spannweiten von 60cm - 1.20m, mit Elektromotoren. Extrem leicht, Standard ca. 400-800g Flugfertig (!),  werden sie meistens für Indoor (Halle) verwendet, bei leichtem Wind auch im Freien. Leicht zu Fliegen, unkritisch

Shock-Flyer
Fortgeschrittene, Experten 

Modelle mit Spannweiten von 60cm - 1.20m, mit Elektromotoren. Extrem leicht, Standard ca. 300-500g Flugfertig (!),  werden sie meistens für Indoor (Halle) verwendet, bei leichtem bis mäßigem Wind auch im Freien. Konzipiert für Extremkunstflug, seit neuestem mit Verstellpropellern, die auch ein Rückwärtsfliegen oder verkehrtes Hoovern erlauben. Adrenalinstoßmodelle!

Trainer
Anfänger, Fortgeschrittene 

Modelle mit mittlerer bis hoher Eigenstabilität, Motoren von 2.5 cm3 - 6.5 cm3


Kunstflug
Fortgeschrittene, Experten 

Modelle mit Spannweiten von 1.20m - 3.20m, Motoren von 6.5 cm3 - 250 cm3


Fun-Flyer
Fortgeschrittene, Experten 
Modelle mit Spannweiten von 1m - 1.50m, Motoren um 6.5 cm3. Leicht und extrem wendig werden mit ihnen die unmöglichsten Flugfiguren geflogen.

Geschwindigkeitsflug
Reaktionsschnelle, geübte Piloten, Experten 

Modelle mit Spannweiten <> 1.20m, Motoren von 6.5 cm3  -  23 cm3. Empfohlen für  Piloten mit kurzer Reaktionszeit!


Schleppflug
Geübte Piloten, Experten 

Motormodelle ab 2.60m Spannweite,
Motoren bis 250
cm3


Semi-Scale
Geübte Piloten, Experten 

Modelle, welche einem Vorbild nachgebaut sind. Im Gegensatz zum "Scale - Modell" muss die Detaillierung nicht so genau sein. Die Umrisse und Farbgebung müssen aber stimmen. Hoher Arbeitsaufwand.


Scale
Experten mit Geduld 

Fein detaillierte Modelle, welche einem Vorbild bis auf die letzte Niete (inklusive Aufbau und Cockpitausbau) genauest nachgebildet sind. Hoher Arbeitsaufwand, oft kritische Flugeigenschaften


Jets
Experten mit nötigem Kleingeld 

Meist Nachbauten von Vorbildern, welche mit einer Turbine als Antrieb den Flair von Düsenjägern nachhaltig auf die Rückenhaut bringen. Hoher Arbeitsaufwand, anspruchvolles Equipment. Ab 3.000,00 ist man dabei.


Elektromodelle
Je nach Auslegung für Anfänger geeignet 

Es gibt Trainerversionen, Slow-Flyer (kleine und leichte Modelle für Halle und Park), Modelle mit Impeller - Antrieb (eine Art "Propeller im Modell", Vorläufer des Düsenantriebes), Modelle mit 2/3/4/6/8 Motoren,  Kunstflugmodelle, Schlepper, Hochgeschwindigkeitsmodelle, Spannweiten von 30 cm bis > 4m


Hubschrauber
Als Beginn für Anfänger nur mit Lehrer zu empfehlen 

In jeder Art, jeder Größe und jeder Ausführung. Ob mit Verbrenner oder Elektromotor, ob elektrisch für den Küchentisch oder für Turbinen.


Nun geht es zur Sache! Welche Fernsteuerung, welches Modell ist für mich richtig?
 

FERNSTEUERUNG

Als Fernsteuerung kann man hier alle Marken empfehlen, da in heutigen Zeiten der Qualitätsstandard fast gleich ist. Die gängigsten Marken sind JR Graupner, Robbe/Futaba, HiTec und Multiplex. Die Auswahl sollte nach den Gegebenheiten des Vereines ausgerichtet werden. Es hat keinen Sinn, sich - als Beispiel - eine Anlage von Multiplex zu kaufen, wenn fast alle Piloten des Vereines eine Futaba (oder umgekehrt) fliegen. Dadurch ist eine Lehrer / Schüler-Verbindung oder Hilfe bei der Programmierung nur schwer möglich. Das zweite Auswahlkriterium ist sicher der Preis. Eine Anlage mit vielen Funktionen ist teuer! Also kaufen wir uns eine Anlage mit 4 Kanälen (= 8 Funktionen), die sowohl im Preis akzeptabel ist und sich mit gesteigerten Ansprüchen auch problemlos auf mehr Funktionen (mindestens 6 Kanäle = 12 Funktionen) ausbauen lässt.

Mit einer 4-Kanal-Anlage lassen sich Motorregelung, Querruder, Seitenruder und Höhenruder steuern. Hier haben alle Anbieter eine geeignete Anlage im Angebot.

Auch ist eine Entscheidung fällig, ob Sie einen Pult- oder Handsender wollen.

Der Sender kommt, wie der Name schon sagt, in ein Pult, das  umgehängt wird. Hier steuert man mit 2 oder mehr Fingern die Knüppel und hat am Pult die Möglichkeit, seine Handflächen abzustützen (was manchmal das Zittern der Finger unglaublich beruhigt). Natürlich kann man mit diesen Sendern auch ohne Pult wie mit einem Handsender steuern, was aber auf Grund der Ergonomie und des höheren Gewichtes nicht zu empfehlen ist.

Der als "Handsender" bezeichnete hat zu diesem Zweck eine spezielle, ergonomische Form, die auf das "Steuern mit den Daumen" ausgelegt ist. Er ist kleiner und leichter als der Pultsender, sehr "Griffelfreundlich" und wird in der Regel wirklich als Handsender benutzt. Hier werden die Steuerknüppel mit den Daumen bedient. Er lässt sich aber auch umhängen oder in ein spezielles Pult stecken. 

Da man also beide Sender sowohl als Pult- als auch als Handsender benutzen kann, ist die Auswahl wieder mal vom persönlichen Geschmack abhängig.

Pultsender

Handsender

Pultsender

Handsender

In unseren Breiten ist der Pultsender weit verbreitet. Auch das ist Geschmacks- und Gewöhnungssache.


Es wird oft die Frage der Knüppelbelegung an mich gestellt. Gas links, Gas rechts oder was?

Hier kann man unterscheiden: 60% der Modellpiloten fliegen mit Gas / Querruder rechts - Höhenruder / Seitenruder links. 30% haben Gas / Querruder links - Höhenruder / Seitenruder rechts. Sehr wenige (10%) fliegen andere Belegungen wie z.B. Gas / Seitenruder links - Querruder / Höhenruder rechts. Bei den meisten ist Vollgas am Knüppel vorne (vom Körper weg). Es ist also ratsam, sich die am häufigsten verwendeten Knüppelbelegung auszusuchen, die im gewählten Verein geflogen wird. Vorausgesetzt, man legt Wert auf Hilfe bei den ersten Flugversuchen.



Hier seht Ihr die gebräuchlichste Senderbelegung. Diese Übersicht wurde mir freundlicherweise vom FMSV-Kleinenbroich zur Verfügung gestellt.

MODELLAUSWAHL

Am Anfang steht ein Modell mit gutmütigen Flugeigenschaften. Jetzt lautet die Frage: woran erkennt man so ein Modell? Faustregeln: je kleiner ein Modell ist, desto schneller reagiert es durch die geringe Masse auf Steuerausschläge, je größer es ist, desto träger werden die Kommandos umgesetzt. Je naturgetreuer ein Modell, desto kritischer ist seine Beherrschung. Als Anfänger sollte man von Modellen wie Spitfire, Mustang und wie sie alle heißen, die Finger lassen. Auch von sogenannten elektrischen "Hotlinern" ist abzuraten. Alle diese Modelle sind sehr schnell und setzen Erfahrung im Steuern voraus. Sie sehen zwar gut aus, sind aber daran schuld, dass viele Anfänger nach dem ersten Flugversuch mit Trümmern nach Hause kommen und frustriert aufgeben. Da sind schon eher "Slow-Flyer" zu empfehlen, kleine Modelle (80cm - 1.20m Spannweite) aus Depron oder Styropor mit Elektroantrieb, geringer Fluggeschwindigkeit und geringem Gewicht (komplett flugfertig ca. 200-400g). Allerdings auch nicht ohne Nachteile: bei Wind kann nur in einer Halle geflogen werden, da das gute Stück sonst "vom Winde verweht" ist.

Ein zusätzlicher Tipp: Rümpfe aus ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol) oder ähnlichem Plastik-Material (Plura) bieten zwar normalerweise genügend Festigkeit, sind aber bei Kälte sehr spröde und splittern oder brechen bei niederen Temperaturen. Seltener gibt es noch Rümpfe aus "Ferran", welche früher aus der Schmiede der Fa. "Carrera" kamen. Diese sind zwar fast unzerstörbar, haben aber zwei gravierende Nachteile: sie sind sehr Temperaturempfindlich (Ausdehnung/Schrumpfung). Diese Änderungen lassen sich nur mit speziellen Längenausgleichen in den Anlenkungen korrigieren. Tritt ein Bruch oder Riss auf, lassen sie sich nur mit Ameisensäure kleben.

In solchen Fällen sollte man, wenn verfügbar, einem Rumpf aus GfK (GlasfaserKunststoff) oder CfK (Carbonfaserverstärkter Kunststoff) den Vorzug geben, auch wenn der Bausatz dadurch etwas teurer wird. Bei CfK  ist auf die Antennenführung besonderes Augenmerk zu legen, da dieses Material sich sehr negativ auf die Reichweite (Carbon hat gute Abschirmeigenschaften) auswirkt.


Modellauswahl bei Seglern: 
Spannweite zw. 1.70m und 2.60m, größere V-Form, Steuerung über Seiten- (Quer-) und Höhenruder. Nach Möglichkeit ein Segler mit Elektroantrieb (kann fast überall geflogen werden - kein Lärm!). Bei Seglern mit Motoraufsatz muss man auch noch Zubehör wie Sprit, Startkiste mit Batterie, Glühkerzen, Starter und mehr mitschleppen. So genügt ein Ladegerät für die Batterien (und das Auto zum Anschluss für das Ladegerät). Hier eine Empfehlung abzugeben ist sehr schwer. Es gibt schon unzählige Modelle, sowohl in Holzbauweise als auch als Fertigmodell, die diese Voraussetzungen erfüllen. Hier gilt es also, eine persönliche Auswahl aus dem Riesenangebot zu treffen.

Meine Empfehlung für einen Segler:      

Der "Airfish": erhältlich in jedem gut sortiertem Modellbau(fach)geschäft. Ganz aus Holz gebaut, bietet der Airfish seit gut 30 Jahren (!) ideale Flugeigenschaften für den Anfänger. Leicht zu bauen, leicht zu fliegen, leicht zu reparieren. Es gibt ihn jetzt übrigens auch als Fertigmodell. Eine reine Preisfrage. Einziger Nachteil (?): muß zum Erreichen größerer Höhen in der Ebene - sofern kein "Huckepackschlepper" oder Seil vorhanden ist - mit Hilfsmotor (Verbrenner) geflogen werden. "Elektrifizierung" für Anfänger sehr schwer möglich. 

Technische Daten: RC-Funktionen
Spannweite: 2450 mm
Gewicht: ab 1300 g
Rumpf: Holz, Flächen: Holz
Seitenruder
Höhenruder
Hilfsmotor mit Drossel
Hersteller: GK (Gerd Kirchert, Austria)

Modellauswahl bei Motormodellen: 
Spannweite um 1.50m, Motorisierung bis 6.5 cm
3, größere V-Form.

Meine Empfehlung für ein Motormodell:      

Die "Charter": ich habe selbst mit diesem Modell (Mann, ist das lange her!) das Motorfliegen erlernt (ansehen?). Preislich akzeptabel, fliegt es für ein Motormodell sehr eigenstabil, ist leicht zu bauen (Holzbauweise), stabil in der Bauausführung und bei Bodenberührungen hart im nehmen. Angeboten als Bausatz (sogar ein Ersatzrippensatz zum Aufbau einer eventuell beschädigten Fläche ist zu bekommen) oder als Fast-Fertig-Bausatz mit Styroporflächen. Welche Version gewählt wird, liegt an den eigenen Vorlieben. Auch dieses Modell ist ein Veteran und ebenfalls seit ca. 30 Jahren auf dem Markt. 

Technische Daten: RC Funktionen:
Spannweite: 1500 mm
Fluggewicht: 1900 g
Tragflächenbelastung: 44.80 g/dm
2
Motorgröße: 3.5 cm
3 bis 6.5 cm3
Gesamtflächeninhalt: 42.40 dm
2
Rumpf: Holz, Flächen: Holz/Styropor
Seitenruder
Querruder wahlweise
Höhenruder
Motordrossel
Hersteller: Robbe
Eine unabhängige Beurteilung (Bau- und Flugbericht) der Charter aus dem "Schwabenlande" lesen Sie in den "Modelltipps.de" nach. 

Wenn Modelle wie der "Airfish" oder "Charter" in unserer schnelllebigen Zeit so lange fast unverändert im Angebot sind, so spricht das wohl für die Qualität und guten Eigenschaften dieser Modelle.


Spezieller Hinweis:

Ist man kein Freund von in Holz gebauten (fast alle Fertigmodelle) oder aufwendig zu bauenden Modellen, sollte man einen Blick ins EPP-Lager werfen (www.epp-fun.de). Diese Modelle verzeihen im Fall des Falles sehr viel und sind preislich den Geldbörsen der meist jugendlichen Beginner angepasst.

In die gleiche Kategorie robuster Modelle fallen auch die Erzeugnisse der Firma AirCore (www.usaircore.com). Diese Modelle bestehen aus einem speziellen Material, (ähnlich einem doppelten Wellkarton), welcher unwahrscheinlich stabil ist. Auch Lackierungen können entfallen, da das Modell bereits mit Farbgebung geliefert wird.

So, und nun wünsche ich Euch viel Spaß und Erfolg beim Modellflug!


Zur Startseite der Modellflug-Freakshow geht es hier für den, der mehr Tipps sehen will.

Manfreds Modellflug-Freakshow

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IST MODELLFLUG GEFÄHRLICH?
Die Antwort auf die Frage lautet: NEIN, solange man gewisse Regeln beachtet.

 Ich möchte nicht, dass nun irgend wer glaubt, ich würde zu viel "kann passieren" sagen oder zu sehr Schwarz sehen; ich möchte nur alles tun, um unser Hobby sicherer zu machen und leichtsinniges Verhalten bei Anfängern durch Vermittlung von Erfahrung vermeiden. Jedes Hobby, auch unseres, birgt Risken. Sind diese aber erkannt, kann man sie vermeiden und es sind keine mehr!

Fliegen Sie nie knapp über Personen oder Fahrzeuge und überprüfen Sie Ihr Fluggerät und Ihre Fernsteuerung immer auf Betriebssicherheit. Jeder Unfall schadet unserem Sport!
Und sollte jemand sagen: "Es kann ja eh nichts passieren!" oder "Was soll schon geschehen?", so möge er sich diese Seite ansehen. Ich hoffe, er fängt dann an, nachzudenken. Modellflugzeuge sind kein Spielzeug, sonder hochtechnische und und teilweise sehr komplizierte Fluggeräte.

MODELLFLUGVERSICHERUNGEN
IHRE ABSICHERUNG GEGEN SCHADENSFORDERUNGEN

Um sich gegen alle Eventualitäten abzusichern, ist der Abschluss einer Versicherung speziell für den Modellflug zu empfehlen. Sie haben 4 Möglichkeiten:
  1. Sie werden Mitglied in einem Modellflugverein. Dort ist zwar eine Mitgliedsgebühr zu entrichten, dafür wird aber ein Modellfluggelände mit allen nötigen Einrichtungen zur Verfügung gestellt. Hier wird neben der Mitgliedsgebühr ein Aero-Club Beitrag (als Dachverband) eingehoben, der aber wesentlich niedriger ist als der einer Einzelmitgliedschaft (siehe Pkt.2) und die gleiche Versicherung beinhaltet. Hinweis: bei 99,9% der Vereine wird eine einmalige - so genannte "Aufnahmegebühr" - verlangt. Dies ist als Beteiligung an der Errichtung des Flugplatzes, dessen Erhaltung sowie der bisher geleisteten Arbeitsleistung der Mitglieder zu sehen.
     
  2. Sie werden Einzelmitglied beim Österreichischen Aero-Club. Diese Mitgliedschaft beinhaltet eine Modellflugversicherung mit einer sehr hohen Deckungssumme. Nachteil: Sie sind zwar versichert und können als Aero-Club Mitglied (theoretisch) auf jedem, dem Aero-Club angeschlossenen Vereinsflugplatz fliegen. Voraussetzung dafür ist aber eine Bewilligung des jeweiligen Vereinsvorstandes, die meist nur gegen Gebühr und zeitlich begrenzt erteilt wird.
     
  3. Sie können bei großen Modellbaufachgeschäften (z.B. bei Lindinger oder Schweighofer) eine Modellflugversicherung abschließen. Ob man Sie dann aber auf Modellflugplätzen fliegen lässt, ist fraglich und von den jeweiligen Vereinssatzungen abhängig. Die meisten Vereine bestehen auf einer Mitgliedschaft im Aero-Club.
     
  4. Normalerweise ist in einer Haushaltsversicherung eine geringe Schadensabdeckung bei Modellflugtätigkeiten inkludiert. Die Betonung liegt hier auf "gering". Also nur ein Notbehelf. Es können aber spezielle Versicherungen für den Modellflug abgeschlossen werden, die vermutlich in den höheren Preisklassen angesiedelt sind. Außerdem haben Sie das selbe Problem in Bezug auf Modellflugplätze wie bei Pkt. 3.


Näheres über die Versicherung des Österreichischen Aero-Clubs erfahren Sie auf der Seite von Prop, dem Modellflugmagazin des österreichischen Aero-Clubs. Sie können sich die PDF-Datei aber auch im ZIP-Format (71kb) hier Downloaden. Einen Artikel von Ing. Roland Dunger, der sich mit den in  Österreich zugelassenen Fernsteuerungsfrequenzen sowie mit Schadensfällen durch Frequenzdoppelbelegung beschäftigt, lesen Sie auf dieser Seite.