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Wie macht man eigene Servokabel?

Hier wird anhand von Graupner Servokabeln gezeigt, wie man diese selbst anfertigt.

Anforderungen

  • möglichst geringe Übergangswiderstände
  • variable Länge den Verhältnissen im Modell angepasst
  • dem Verwendungszweck angepasste Kabeldicke
  • Zugentlastung der Verbindung
  • selbst billig herstellbar
Das Befestigen von Kontakten an elektrischen Leitern nennt man mit dem Fachausdruck "crimpen". Es wird dabei der Kontakt mit dem Leitermaterial - hier Kupferlitzen - durch Verpressen mit einem Werkzeug hergestellt. Es entsteht eine dauerhafte Verbindung, welche die besten elektrischen und mechanischen Eigenschaften aufweist.

Dazu zählen der geringe Übergangswiderstand vom stromführenden Leiter zum Steckermaterial und die uneingeschränkte Elastizität der Litzen.

Bei einer Lötverbindung ist der Übergangswiderstand höher und zudem saugt sich das Zinn in die Litzen und der Draht bricht am Übergang leichter.

Zum Crimpen benötigt man:
Crimpzange

Kontakte

Steckergehäuse

Kabel

Achtung!!

Es passt nur die richtige  Crimpzange zu den Kontakten, da die Abmessungen sehr klein sind.

Vorbereitung
Das 3-polige Kabel ca. 10mm aufspleißen und die Kabelenden ca. 2mm abisolieren, ohne die einzelnen Litzen zu beschädigen. 

Hiezu gibt es zwar Werkzeuge, doch wer hat die schon zur Hand Also mit einem Seitenschneider den Mantel klemmen und wegreißen..

Nicht mit einem Messer, denn dann verletzt man mit Sicherheit einige Litzen.

Werkzeuge

Verpressen
Aus der Sicht vom Kabelende
Nach dem leichten Schließen der Zange wird das abisolierte Kabel soweit hineingeschoben, so daß der der Übergang vom abisolierten zum Isolierten Teil in der Mitte des Werkzeuges zu liegen kommt. Die Zange wird nun kräftig zusammengedrückt Manche Crimpzangen haben eine Art ratsche beim Schließen der Zange welche erst beim vollständigen Schließen sich wieder lösen lässt.

Achtung!

Die Lage des Kabels zum Stecker ist nicht beliebig, da es sonst beim Hineinstecken in das Steckergehäuse um 180 verdrillt werden muss. Vorher ohne Verpressen ausprobieren.
Nach dem Öffnen der Zange den Kontakt mit dem verpressten Kabel herausnehmen und den Verpressvorgang für alle 3 Kontakte wiederholen.

Achtung!

Nicht am Kabel ziehen, da sich der Kontakt manchmal schwerer von der Zange löst. Die Qualität der Verpressung lässt sich optisch und mittels Zugprobe leicht beurteilen. Es darf nichts hervorstehen, sonst passt der Kontakt nicht ins Steckergehäuse.
Der fertig verpresste Stecker
Wenn alle 3 Kontakte verpresst sind, werden sie gleichzeitig in das Steckergehäuse bis zum Anschlag hineingeschoben. Sie haben eine Arretierung -  im Bild links zu sehen.
So nicht
Hat sich der Kontakt beim Verpressen verdreht, sieht er so aus und ist damit unbrauchbar. Ist der Kontakt mit den Litzen nicht richtig hergestellt, kann er ausnahmsweise "nachgelötet" werden, aber so kurz und mit wenig Zinn, daß sich nichts außerhalb des Kontaktes befindet  und damit der Kontakt nicht in das Steckergehäuse passt. Eine richtig verpresste Zugentlastung verhindert das Ausbreiten des Zinns in den Mantel hinein.