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Kommentar: Da die meisten Modellpiloten zu genaueren Servos mit höherer Auflösung greifen, wäre es angebracht, sich darüber Gedanken zu machen. Ich schließe mich hier nicht aus. Auch ich war der Meinung, bessere Leistung müsste doch von den Herstellern mit Hinweis auf eventuelle Änderungen (höherer Stromverbrauch, bessere Stecker, etc.) angeboten werden. Ich habe vor kurzer Zeit Kleinholz mit einer kleinen und leichten Maschine mit 4 Digitalservos und 1100mAH-Akku produziert. Hier sollen die Digitalservos nicht als Ausrede verwendet werden, es kann genauso etwas gebrochen sein. Aber die Möglichkeit, das ich nach 37 Jahren Modellflug im Queranflug meine Finger durcheinander bringe ist zwar denkbar, aber nicht sehr wahrscheinlich. Wenn man berücksichtigt, dass Digitalservos mindestens den doppelten Stromverbrauch von Analogservos haben, ist man bereits einen Schritt in Sachen Sicherheit weiter.

FAZIT: Voraussetzung bei Verwendung von Digitalservos ist die richtige und ausreichende Dimensionierung des Stromversorgungsteiles sowie die Anpassung der Kabelquerschnitte und Stecker. Dann werden auch Digitalservos Freude machen.

NS.: Ein Vereinsmitglied hat ebenfalls bereits Erfahrungen mit dem  Stromverbrauch von Digitalservos gemacht. Hier sein Kurzbericht.

Manfred Stocker

Eine kritische Betrachtung der Fa. ACTEurope

Unsere Meinung - Digital-Servos
In letzter Zeit werden vermehrt Digitalservos eingesetzt. Die Werbung sagt: Höheres Drehmoment, bessere Auflösung, bessere Neutralstellung, höhere Haltekraft. Dafür wird dann meist ein erheblich höherer Preis verlangt wie für vergleichbare Analogservos.

Diese Vorteile werden aber u.E. durch erhebliche Nachteile erkauft, die in Werbeaussagen verschwiegen werden, die aber beim Kunden zu erheblichen Problemen führen können.

Nicht deutlich gemacht wird u.E., daß Digitalservos einen erheblich höheren Stromverbrauch haben. Die Physik lässt sich hier nicht austricksen, mehr Kraft und höhere Stellmomente können nur durch höhere Ströme erreicht werden. Natürlich steht in irgend einer Tabelle vielleicht eine Stromangabe, aber damit kann der Durchschnitts-User nichts anfangen, er hat ja keine Vergleiche, und Expertenwissen kann nicht von jedem verlangt werden. Wird überhaupt ein Strom angegeben, ist dies der Ruhestrom ohne irgendwelche Belastung durch Ruder usw. Der manchmal angegebene Blockierstrom ist ebenso wenig aussagefähig, der höchste Strom bzw. die Stromspitze entsteht im Umpolfall, also der schnellen Bewegung von einer zur anderen Seite. Hier kann der Spitzenstrom sogar weit höher sein als der Blockierstrom.

Messungen an einem Hubschrauber, bisher ausgerüstet mit einem sehr schnellen, analogen Heckrotorservo mit hoher Kraft und Geschwindigkeit, haben gezeigt, daß durch den Einsatz eines einzigen, in Kraft und Geschwindigkeit noch überlegenen Digitalservos für den Heckrotor der Empfänger-Akku, der vorher für 4 Flüge a 15 Minuten völlig ausreichend war, jetzt nach nur einem Flug geladen werden muss. Das bedeutet 4-fach höheren Stromverbrauch, und das wegen einem Servo.

Was passiert nun, wenn ein Kunde 5 Servos auf einmal einsetzt, es wird ja nirgends eindringlich darauf hingewiesen (eigentlich müsste sogar regelrecht gewarnt werden), was wirklich passieren kann?

Trotz dieses hohen Stromverbrauchs sind Digitalservos nur mit dem (bisher völlig ausreichenden) Uni-Stecksystem ausgerüstet. Dieses Stecksystem hat Kontakte, die schon bei 1,5A Stromfluss warm werden. Warm heißt, da wird Leistung in Wärme umgesetzt wegen hohem Widerstand der Kontakte. Schön zu sehen beim Schnell-Laden des Empfängerakkus mit 2A, da werden die “Steckerchen” ganz schön warm.

Was beim Laden noch nicht unbedingt ein Problem darstellt, wandelt sich im Betrieb zu einem enormen Engpass. Da nützt kein noch so dickes Kabel, der Engpass bleibt der Kontakt. Wird der Kontakt warm, heißt das, daß dort Spannung abfällt. Es kommt also nicht die Spannung am Servo an, die der Akku liefert. Sinkt aber die Spannung ab und ist der Strom begrenzt durch den Steckkontakt, dann kann ein Servo, welches im Umpolfall durchaus auch mal so 2-3 Ampere Strom zieht, gar nicht die rechnerisch mögliche Leistung bringen. Das gilt hier für den Servostecker.

Noch schlimmer wird’s beim Akkustecker und beim Schalterkabel. Hier müssen ja bis zu 10 Servos (oder mehr) über EIN Kabel mit einem Steckerengpass von 1,5A geleitet werden. Bei 5 Digitalservos müsste das Schalterkabel und die ganzen Stecker der Stromversorgung eine verlustfreie Stromversorgung für mindestens 10A bis zum Empfänger ermöglichen, damit Digitalservos überhaupt die mögliche Leistung bringen. Wir kennen solche Stromversorgungskabel von den Digitalservoanbietern nicht.

Wenn aber über den Stecker schon die Spannung abfällt, also gar nicht am Servo ankommt, dann ist die als Hauptvorteil angegebene, höhere Haltekraft aus unserer Sicht im Bereich der Märchen anzusiedeln, bleibt zumindest aber Theorie mit diesem Stecksystem. Schon mal darüber nachgedacht?

Auf einem Flugtag haben wir uns ein Großmodell mit 3m Spannweite und 160ccm Motor angesehen. Im Stand (Motor aus) haben alle Ruder leicht gezittert, ein leichtes surren war schon aus 20 Metern Entfernung zu hören. Genauer betrachtet bei geöffneter Kabinenhaube war es dann mehr ein Bienenschwarm, so hat sich das Ganze angehört. Eingebaut waren 4 Digitalservos für das Seitenruder, für Spielfreiheit gegeneinander verspannt , 4 für die Höhenruder und 6 für die Querruder, auch diese alle gegeneinander verspannt. Unabhängig von der Stromversorgung wird hier ein weiteres Problem deutlich. Die hohe Auflösung sorgt dafür, daß die Servos schon bei geringster Belastung anfangen zu stellen, hier durch das Gewicht der Ruder, welches die Servos in der Neutrallage belastet. Der Stromverbrauch bei unserem Beispiel im Stand war bei ca. 12 Ampere. Vorteil von Digitalservos?

Zusatz 25.12.01: Dieser Passus erregt offensichtlich die “Experten” in RC-online Diskussionen im Internet. Vor allem jene, die, ohne Ihre Identität anzugeben meinen, andere als unseriös bezeichnen zu müssen, und der Rest fällt prompt darauf herein. Dabei wird unser Meinungsbeitrag in Auszügen gekürzt und aus dem Zusammenhang gerissen, und das auch noch unter Verletzung der Urheberrechte. Wir gehen davon aus, daß unsere Kunden sich eine eigene Meinung bilden können, jedenfalls nehmen wir nicht an Diskussionen teil, die unter solch fachlich und persönlich fragwürdigen Vorzeichen geführt werden. In einem Punkt allerdings müssen wir unseren Beitrag präzisieren. Auch wir haben den Begriff “Digitalservos“ etwas verallgemeinert. Deshalb folgende Präzisierung: Wir sprechen eindeutig von den Marken Futaba und JR. MPX Digitalservos sind nicht so verbreitet und haben nicht so gravierende Stromnachteile, aber eben auch nicht die Performance. Außerdem hat MPX ein für hohe Servoströme eindeutig besseres Stecksystem, die möglichen Servoleistungen sind damit auch erreichbar. WE

Die Kraft von Analogservos ist u.E. mehr als ausreichend, auch die Auflösung ist nur geringfügig schlechter. Wir kennen aber praktisch keine Anlenkung, die spielfreier ist als die Auflösung von guten Analogservos. 1/10mm Spiel in der Anlenkung ergibt schon eine schlechtere mechanische Auflösung als gute Analogservos bieten. Warum dann Digitalservos und dann auch noch teurer als gute Analogservos?

Klar ist, daß die Produktion von Digitalservos sehr große Vorteile hat, denn nun können früher sehr aufwendige Abgleichprozesse für Servoweg, Laufgeschwindigkeit und Linearität der Ausschläge weggelassen und einfach per Computer automatisch abgeglichen und einprogrammiert werden. - In der Produktion - Was bleibt für den Kunden?

Es geht hier nicht darum, sich gegen modernere Technik zu stemmen. Die lässt sich, vernünftig ausgeführt und anwendbar, Gott sei dank eh nicht aufhalten. Es geht lediglich darum, vermeidbare Nachteile neuer Technik wirklich auch zu vermeiden. Es wäre durchaus möglich, Digitalservos mit gleichen Eigenschaften herzustellen wie die bisherigen, völlig ausreichenden Analogservos, und dabei die technischen Vorteile in der Produktion auszunutzen ohne zusätzliche Nachteile einzubauen. Allerdings muss offensichtlich jeder höhere Preis erklärt werden und Kunden bezahlen eben nur dann mehr Geld, wenn entweder die Servos schneller oder kräftiger sind oder eine bessere Auflösung haben. So wurden hier einfach diese Werte in einen Bereich hinein gesteigert, der überhaupt nicht notwendig war. Die damit erkauften Nachteile werden unserer Meinung nach einfach verschwiegen. Hier liegt der Hauptgrund für unsere Kritik, nämlich die mangelnde Information über die vorhandenen Eigenschaften. Nach unserer Auffassung ist auch das Verschweigen von notwendigen Informationen zumindest unseriös.

Warum sog. ”Tester” die technischen Nachteile genauso verschweigen wie die Hersteller, kann aus unserer Sicht ebenso nicht erklärt werden, lässt sich aber sicher nicht mit der ”Unabhängigkeit von Journalisten” definieren, genauso wenig, wie dieses kostenlos versorgte ”Umfeld” die höheren Preise als normal hinnimmt.

Wir überlassen es Ihnen, was Sie darüber denken und für welche Vorteile Sie Ihr Geld ausgeben wollen, wir jedenfalls setzen keine Digitalservos in der jetzigen Form ein, solange die Stromversorgung technisch nicht gelöst ist und uns mehr als bestätigt.

Ein kurzer Erfahrungsbericht über den
Stromverbrauch bei Digitalservos von Chr. Kronfellner

Die "neuen" Futaba Digitalservos: für Kraft "S" und für Speed "T".

"T" mit 5.5 Nm bei 0.13s auf 45°
"S" mit 3.4 Nm bei 0.1s auf 45°

Ich wollte Dir nur über den Stromverbrauch berichten, der sich in Grenzen hält, aber sicher doppelt so hoch wie bei Analogservos ist. Ich verwende 3 mal 250T und ein 250S, Gas ist Analog. Ich bin ca. 30 Min. geflogen und habe exakt 630 mA geladen , der Akku wurde zwei Tage vorher geladen. Mit Analogservos ca. 300-350 mA bei gleicher Zeit. Präzision: das stellen auf Nulllage ist echt super und auch die Kraft bei nur ganz kleinen Ausschlägen. Bin echt begeistert , ungewohnt ist nur das dauernde Pfeifen (nachregeln).