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Die Seite mit den Klebstoffen ...

 

Ein kleiner Überblick über die Verwendungsmöglichkeiten von verschiedenen Klebstoffen im Modellbau, die aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Ich hatte daran gedacht, einem Anfänger bei der Wahl des richtigen Klebstoffes für die verwendeten Materialien zu unterstützen und Misserfolge zu vermeiden. Wie uns allen bekannt ist, haben wir schon oft ungeeignetes mit ungeeignetem geklebt und sind dann vom ungeeigneten an ungeeigneter Stelle getroffen worden :-)

Manfred


Superkleber < zick, zack, am zackigsten >

Einkomponentenkleber. Der Kleber, der so manchen sofort auf das "innigste" mit seinem Modell verbindet. Meist klebt er dort (und das sofort) wo er nicht soll (zwei Finger aneinander oder selbige an Balsaholz klebt er hervorragend !). Unentbehrlicher Helfer für Leichtbau und rasche Reparaturen am Flugplatz. Verschiedene Konsistenzen, je nach Art verschiedene Anwendungsbereiche. Ungewollte Klebungen lassen sich (bedingt) mit der Reinigungsflüssigkeit wieder lösen. Diese ist besonders geeignet für Fingerreinigung, etc. 

Geeignet für fast alles. Für Styropor und andere Schaumstoffe gibt es spezielle Superkleber-Produkte! Der normale Superkleber löst sonst das Material an bzw. auf!
 

Dick-, Mittel-, Dünn. Spezialmischungen für Styropror, Glas, Keramik und Metall.
Zubehör: Aktivator, Reinigungsflüssigkeit:
Aero-Bond Debonder

TIPP

1) vor dem aufschneiden der Flasche Hals und Gewinde mit Nähmaschinenöl einölen und vor längerem Nichtgebrauch wiederholen. Die Flasche klebt nie wieder zu.
2) sollte es mal nicht sofort kleben, so bestreicht man das Werkstück auf einer Seite mit Kleber, die andere Seite wird ganz einfach feucht gemacht und angedrückt. 

Weissleim < der Helfer in vielen Lagen >
Einkomponentenkleber, Aushärtezeit bis 24 Std. Der Alleskönner in Sachen Holz. Es können großflächige Verklebungen realisiert werden. Mit einer Zahnspachtel aufgetragen, spart das Gewicht. Ein Bügeleisen ist bei großflächigen Verbindungen eine gute Hilfe zur rascheren Verklebung. Sehr gut für dauerhafte Holzverbindungen geeignet. Der Standardkleber für Holzwürmer :-))
 
Schnellbinder, Langbinder, farblos, bedingt schleifbarer Leim
TIPP auf ausgetretenen Klebstoff achten. Einige Produkte lassen sich sehr schwer schleifen und verursachen dadurch bei Bearbeitung Riefen im Balsa- und Sperrholz.

Uhu Plus < der starke >
Zweikomponentenkleber, Aushärtezeit: ca. 24 Std. Der altbewährte, starke Kleber für stark beanspruchte Klebestellen. Besonders geeignet für Kopfspanten und tragende Teile im Modell. Der einzig verlässliche Kleber, als es noch kein 5-Minuten Epoxy gab.
 
Es gibt ihn unter dem Namen Uhu-Plus, Uhu Endfest und Uhu Endfest 2000 .
TIPP 1) wird der Kleber erwärmt (Fön, etc.), so ändert er seine Konsistenz auf dünnflüssig wie Wasser und läuft so in alle Ritzen und Spalten. 8-ung: er bindet dann schneller ab!
2)
rauen Sie vor der Klebung die Klebestelle gut an, damit sich der Kleber innig mit dem Material verbinden kann.

5-Minuten Epoxy < der flinke >
Zweikomponentenkleber, Aushärtezeit: ca. 15min. Der Kleber für fast alles im Modellbau, wo es auf rasche Aushärtung und Klebestellenfestigkeit ankommt. Auch bestens geeignet für Schnellreparaturen auf dem Flugplatz. Wird 1:1 (Harz/Härter) angerührt und hat eine Topfzeit von ca. 5 Min.
 
Verschiedene Packungsgrößen und Qualitäten.
TIPP 1) wird der Kleber erwärmt (Fön, etc.), so ändert er seine Konsistenz auf dünnflüssig wie Wasser und läuft so in alle Ritzen und Spalten. 8-ung: er bindet dann sehr schnell ab!
2) lagern Sie den Kleber immer bei Zimmertemperatur und nicht zu lange. Er wird immer zähflüssiger und hat weniger Klebekraft, je älter er wird.
3) rauen Sie vor der Klebung die Klebestelle gut an, damit sich der Kleber innig mit dem Material verbinden kann.

Epoxydharz < rühre, klebe, Rümpfle baue >
Zweikomponentenmaterial in Verbindung mit Glasmatte. Aushärtezeit: ca. 24 Std. Das Material wird mittels Briefwaage Harz/Härter abgemischt und hat dann eine Topfzeit von 15 Min. bis 3 Std. Wird im Formenbau, aber auch zu Reparaturen und Versteifungen in Verbindung mit der angesprochenen Glasmatte verwendet. Bildet durch das Stützmaterial eine harte, kratzfeste Oberfläche.
Qualitäten: von schnellbindenden Harzen bis zu Formenbauharzen mit langer Topfzeit. Auch einfärben in beliebigen Farbtönen ist möglich.
Zubehör: Glasmatte, Briefwaage, Farbpulver
TIPP verwenden Sie zum Mischen immer eine Briefwaage. Stimmt das Verhältnis Harz/Härter nicht, wird es zu spröde (zuviel) oder bleibt klebrig (zuwenig). Auch hier funktioniert der Trick mit dem Erwärmen.

Stabilit-Express < der harte >
Zweikomponentenkleber. Bindet innerhalb von 15min. ab und härtet glashart aus. Er ist nicht geeignet für Verwendung bei zu erwartenden starken Vibrationen. Bei Großvolumigen Motoren wäre davon abzuraten. Die Klebestellen brechen glatt.  Früher war das der einzige Klebstoff, der innerhalb von 15min gebunden hat. Also sozusagen ein "Superkleber" der ersten Stunde.
Es gibt ihn in kleinem, mittleren und großem Gebinde.

Silikon < der weiche >
Einkomponentenkleber, Aushärtezeit: bis 24 Std. Das hilfreich vibrationsdämpfende Material ist vielseitig verwendbar. Kabinenhauben, Servos / Rumpfspanten  einkleben - Ausnahme: ungeeignet für den Kopfspant / Motorträger! -, Abdichtungen von Abgasanlagen mit Spezial-Silikon (hitzebeständig), u.v.m. Alle Klebungen lassen sich mit einem scharfen Messer wieder auftrennen. Daher sind z.B. eingeklebte Servos jederzeit wieder entfernbar.  Vor Klebung Klebestelle aufrauen!
Spezial-Silikon für den Modellbau (nicht gerade billig), hitzebeständiges Silikon. Verschiedene Farben und farblos.

Uhu Hart < der Dauerbrenner >
Einkomponentenkleber. Klebt Holz, Papier, Leder, Pappe, etc.  Der Alleskleber für fast jeden Zweck.
 
In verschieden großen Tuben.
TIPP löst Schaum- und Kunststoffe an! Bedingt geeignet zur Verklebung von Kabinenhauben, da lange Aushärtungszeit.

Kontaktkleber < der zähe >
Einkomponentenkleber. Für großflächige Klebungen wie Beplankungen, Verkleidungen, etc. Der Kleber wird beidseitig aufgetragen und muss antrocknen (ablüften). Ist die Klebefläche so weit trocken, dass keine Fäden mehr ziehen, werden die beiden Teile unter Druck gleichmäßig zusammengefügt. Ein Bügeleisen ist bei großflächigen Verbindungen eine gute Hilfe zur rascheren Verklebung. Die Klebestelle ist sofort belastbar. Nachteil: beschränkte Haftungsdauer (ca. 3-5 Jahre), keine Korrekturen nach dem Zusammenfügen mehr möglich! 
 
In verschieden großen Tuben. Name: Pattex, Uhu Kontakt u.v.m.
TIPP 1) großflächige Beplankungen (siehe "Nasenbeplankung") bringt man zweckmäßigerweise mit dem Bügeleisen auf. Das Balsa- oder Sperrholz wird durch die Wärme weich und schmiegt sich besser an den Untergrund an.
2) einmal verbundene Klebestellen lassen sich nur mehr sehr schwer lösen. Hier hilft bei frischen Klebestellen wieder unser Bügeleisen.

Glutofix < der Papiermeister >
Einkomponentenkleber, wasserlöslich. Der Kleber braucht 24h zur Austrocknung. Nur für Papier geeignet.
Pulverförmige Konsistenz, muss mit Wasser in gewünschter Menge angerührt werden.

Heißsiegelkleber < der universelle >
Wird meist mit Klebepistole aufgebracht und hält Bombenfest. Besonders geeignet für Verklebungen von Rumpf/Spanten, zum einkleben von Servos oder Schnellreparaturen.
In Stangen mit verschiedenen Durchmessern und Länge (Baumarkt)

Mit Lacken kleben < auch damit kann man leben ... >
Ein- und Zweikomponentenlacke. Die Lacke sind zum Aufbringen von Bespannungen besonders geeignet. So wird bei eventueller Papier- oder Seidenbespannung das Gewicht des Porenfüllers gespart. Etwas Erfahrung mit dem Bespannvorgang sollte schon vorhanden sein.
Für den Modellbau geeignet: Acryllacke (wasserlöslich), Kunstharzlacke, Plaka-Farben. Nitrolacke nur bedingt geeignet, da sie Schaum- und Kunststoffe anlösen!
TIPP Niemals verschiedene Lackarten verwenden. Speziell in Verbindung mit Nitrolacken Blasenbildung ! Achtung bei Lackverwendung auf balsabeplankten Styroflächen. Durch Spalten bei Stößen kommt der Kleber an das Styropor und erzeugt Hohlräume, die zum Flächenbruch führen können !

SPEZIAL
TIPP
Von Jürgen aus Deutschland erreicht mich folgender Tipp:

Wenn gar nichts richtig hält: ein Tischtennisball in Azeton aufgelöst behebt das Problem: mittels Ball und Azeton eine breiförmige Masse erzeugen und als Kleber verwenden. Die Konsistenz wird durch Zugabe von Azeton veränderbar, daher pö a pö Azeton zugeben. Hat sich bei Ferran-Rümpfen von Carrera mehr als bewährt.

Mit freundlichem Gruß, Jürgen

HARZ-
TIPP
Von Jonas aus Deutschland stammt folgender Tipp:

Gerade wenn man kleinere und mittlere Mengen an 24h Harz mischen will eignen sich hervorragend medizinische Spritzen, günstig in jeder Apotheke zu bekommen. Man hat eine klar ablesbare Skala und drückt die abgemessene Harzmenge restfrei(!) in den Mischbehälter.

Sicherlich keine Methode wenn man eine Rumpfform laminieren will, aber grade für kleine Mengen, bei denen das Mischungsverhältnis ja noch gewichtiger ist, optimal und einfach.

Gruß Jonas